Streidt/Bach, Park und Schloss Branitz

Er ist der breiten Bevölkerung bei weitem nicht so bekannt wie das von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommene Dessau-Wörlitzer Gartenreich, doch der Park bei Cottbus mit seinen elegant geführten Seen und Wasserläufen, den fein geschwungenen Erdmodellierungen und den meisterhaft gestalteten Gehölzkompositionen ist ein wahres Meisterwerk der Landschaftsgartenkunst. Seine Entstehung verdankt er dem Gartengestalter Hermann Fürst von Pückler-Muskau, der - obwohl die meisten seinen Namen von dem nach ihm benannten Eis kennen, einer der größten europäischen Gartenkünstler war. Heute würde man ihn wohl Reiseschriftsteller nennen, denn der schillernde Fürst stand im regen Austausch mit den Geistesgrößen seiner Zeit und reiste bis nach England und in den Orient.

Besonders die englischen Parkanlagen haben es ihm angetan und so kreierte er auch den Park von Branitz im Stil eines englischen Landschaftsgartens. Die beiden einzigartigen Erdpyramiden sind Reminiszenzen an seine Reiseerfahrungen. Seinen Alterssitz fand, nachdem er sich mit seiner ersten großen Landschaftspark um Schloss Muskau finanziell übernommen hatte und dieses verkaufen musste, auf Schloss Branitz bei Cottbus, das er nach seinen Vorstellungen unter dem Einfluss Gottfried Sempers, des Erbauers der Dresdener Oper, errichten ließ. Es ist neben dem Park unbedingt einen Besuch wert, da man in dem originalgetreuen Interieur einen guten Einblick in die ungewöhnliche Lebens- und Gedankenwelt Fürst Pücklers bekommt.

(c) Magazin Frankfurt, 2020