Barry, Tage ohne Ende

Barry, Tage ohne Ende

(c) Steidl

Mit gerade mal 17 Jahren endet für Thomas McNulty und seinen Freund John Cole ihre Karriere als Tanzmädchen in einem Saloon für Bergarbeiter. Fortan verdingen sie sich für den "miesesten Lohn aller miesesten Löhne" bei der Armee und sind dann unzertrennlich in Kriegsgeschäften unterwegs. Angst kennen sie nicht, denn dafür haben sie schon zu viel erlebt. Sie sind desillusioniert und wissen, wenn’s um Gemetzel und Hungersnot geht, ob sie leben oder sterben sollen, dann schert das die Welt einen Dreck. Die Welt ist voll von Menschen, da kann man auf Zuwanderer wie Thomas, der vor dem "Großen Hunger" aus Irland geflohen ist, die Überfahrt und die kanadischen Fieberhütten überlebt und sich bis nach Missouri durchgeschlagen hat, gut verzichten.

Ein bisschen erinnert die Geschichte an einen irischen Simplicissimus, wenn Thomas durch das Grauen der Feldzüge stolpert, gegen die Indianer kämpft und im amerikanischen Bürgerkrieg. Davon und von seiner großen Liebe erzählt er mit unerhörter Selbstverständlichkeit und berührender Offenheit. In all dem Horror findet Thomas mit John und seiner Adoptivtochter Winona sein Glück, denn er bleibt ein Optimist, ganz gleich unter welchen Umständen.

Der 63-jährige Ire Sebastian Barry stammt aus Dublin und schreibt Theaterstücke, Lyrik und Prosa. Sein Roman Ein verborgenes Leben wurde 2009 mit dem Costa Book of the Year Award ausgezeichnte und landete ebenso wie Ein langer, langer Weg fünf Jahre später auf der Shortlist für den Booker Preis. Auch mit seinem neuen Buch gelang ihm ein wortgewaltiges und schonungsloses Werk.

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(c) Magazin Frankfurt, 2019