Griffin, Rettung

Griffin, Rettung

(c) Nagel & Kimche

Der Kanadier Daniel Griffin stammt aus Kingston, wo der St. Lawrence Strom bei den Thousand Islands den Ontariosee verlässt. Nach Stationen in Guatemala, Neuseeland, England und Frankreich lebt er heute mit seiner Familie in Victoria auf Vancouver Island an der Pazifikküste. Schon sein Erzählband "Stopping for Strangers" wurde für mehrere Literaturpreise nominiert.

Die große Insel auf der er lebt ist ein zentrales Glied des größten Regenwaldgebietes der gemäßigten Breiten, das sich über mehrere Hundert Kilometer vom Great Bear Rainforest bis zum Olympic Nationalpark in den USA erstreckt. Fast die Hälfte der ursprünglichen Regenwälder auf Vancouver Island sind bereits so stark geschädigt, dass typische Tier- und Pflanzenarten in großer Gefahr sind. Der Urwaldanteil ist unter 30 Prozent gesunken und von einigen Ökosystemen ist nur noch knapp ein Prozent übrig – trotzdem stehen sie häufig nicht unter Schutz.

In seinem neuen Buch greift Griffin diese Realität im wilden Westen Kanadas literarisch auf, wo ein Holzkonzern hemmungslos den einzigartigen Urwald im Westen Kanadas – mit dem Segen der Politik roden will.

Eine Gruppe vom Umweltschutz kämpft gegen die Abholzung. Auch hier spürt man die weltweite Verzweiflung über korrupte Politiker und kriminelle Unternehmer, der jeglichen Protest wirkungslos verpuffen lässt und die Menschen zunehmend zu Eigeninitiative und Gegenwehr treibt. Um etwas zu erreichen planen die fünf jungen Leute ein Attentat. Pete meldet sich freiwillig, den Sprengsatz im Lagerhaus des Konzerns zu platzieren. Als die Bombe hochgeht und ein Wachmann stirbt, flieht Pete in Panik. Tagelang irrt er im Wald umher und trifft schließlich an der Küste auf eine Siedlung von Aussteigern. Er findet Unterschlupf bei Inez und verliebt sich in sie, verschweigt ihr aber sein Verbrechen. Mit hohem Tempo erzählt, handelt dieser Thriller von Gewalt als Mittel für einen guten Zweck; glaubwürdig, fesselnd und hervorragend erzählt. "Eine aufregende Expedition in modernen Radikalismus", beschreibt Steven Price das Phänomen.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018