Gunnis, Das Haus der Verlassenen

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Hunns, Das Haus der Verlassenen

(c) Heyne

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Im englischen Sussex des Jahres 1956 ist die knapp 20jährige Ivy ledig und von ihrem Freund ungewollt schwanger. Der hat nicht die geringste Lust sie zu heiraten und bricht den Kontakt zu ihr vollständig ab. Ihre Schwangerschaft ist zu damaligen Zeit ein Skandal, weshalb der lieblose Stiefvater "die kleine Hure" ohne viel Federlesen in ein katholisches Margrets Heim für ledige Mütter abschiebt. In dem düsteren Klosterbau fristen die Frauen ein arbeitsreiches da Dasein unter menschenverachtenden Umständen, denn die Kinder werden ihnen gleich nach der Geburt genommen und zur Adoption freigegeben. Als Ivy immer mehr verzweifelt trifft sie schließlich eine schicksalhafte Entscheidung.

Danach macht das Buch einen Sprung in die Jetztzeit, als die Großmutter der bei ihr lebenden Journalistin Sam in den Unterlagen ihres gerade verstorbenen Mannes einen Brief findet, den die schwangere Ivy ihrem Geliebten geschickt hat. Der Brief weckt das Interesse der Mittzwanzigerin, die zwar verheiratet ist, aber mit ihrer vierjährigen Tochter inzwischen getrennt von ihrem Mann lebt. Wie kam der Brief in den Besitz ihres Opas? Sam gebannt über das längst geschlossene Heim für ledige Mütter und über deren Bewohner zu recherchieren. Keine ganz einfache Aufgabe, denn das leerstehende Gebäude soll schon in ein paar Tagen abgerissen werden und ihre Nachforschungen über das Haus, das Personal und seine Bewohner weckt auch das Interesse anderer Leute.

Mehr als vielen lieb ist, denn es birgt düstere Geheimnisse. Stück für Stück gelingt es Sam in der temporeich geschriebenen und manchmal herzergreifend traurigen Geschichte die grauenvollen Machenschaften und die Vorkommnisse der Vergangenheit aufzudecken. Das sie dabei auch ihrer eigenen Familiengeschichte immer näher kommt und sogar ihre Oma in Gefahr bringt, die sich tagsüber um ihre Tochter kümmert, ahnt sie anfangs noch nicht.

Durch weitere Briefe Ivys stößt sie auf Zusammenhänge, die der Handlung des Buches neue Wendungen verleihen. In dem Buch fühlt man sich regelrecht ins ländliche Sussex hineinversetzt. Ein gut geschriebener Spannungsroman, dessen Lektüre wegen der bedrückenden Umstände die er beschreibt, nicht immer leichtfällt.

Emily Gunnis, die Tochter der internationalen Bestsellerautorin Penny Vincenzi, arbeitete lange beim Fernsehen, unter anderem als erfolgreiche Drehbuchautorin bevor sie jetzt mit „Das Haus der Verlassenen“ debütiert. Zusammen mit ihrer Familie lebt auch sie im südenglischen Sussex.

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(c) Magazin Frankfurt, 2019