Haratischwili, Die Katze und der General

Haratischwili, Die Katze und der General

(c) Frankfurter Verlagsanstalt

Die heute in Hamburg lebende 35-jährige Georgierin xNino Haratischwili hat schon in ihrer Jugend in Tbilissi das "Fliedertheater" als eine deutsch-georgische Theatergruppe gegründet und dafür bis zu ihrer Übersiedllung nach Deutschland regelmäßig Stücke geschrieben und diese inszeniert. Auch in Deutschland machte sie sich rasch als preisgekrönte Theaterregisseurin, Dramatikerin und Autorin des Familienepos "Das achte Leben (Für Brilka)" einen Namen. Das in zahlreiche Sprachen übersetzte Werk wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft, dem Anna Seghers-Literaturpreis, dem Lessing-Preis-Stipendium und zuletzt dem Bertolt-Brecht-Preis 2018 ausgezeichnet. "Die Autorin ist ein Genie." lobt sie der Spiegel-Literaturkritiker Volker Weidermann, der beim ZDF die Neuauflage des Literarischen Quartetts leitet. Pünktlich zum Partnerland Georgien der Frankfurter Buchmesse hat jetzt die Frankfurter Verlagsanstalt ihr neues Buch "Die Katze und der General" herausgebracht, das ebenfalls umgehend auf der Longlist des Deutschen Buchpreises landete.

Darin geht es um Alexander Orlow, einen russischen Oligarchen, der von allen "Der General" genannt wird und ein neues Leben in Berlin begonnen hat. Doch die Erinnerungen an seinen Einsatz im Ersten Tschetschenienkrieg lassen ihn nicht los.

Die dunkelste ist jene an die grausamste aller Nächte, nach der von der jungen Tschetschenin Nura nichts blieb als eine große ungesühnte Schuld. Jetzt ist der Zeitpunkt der Abrechnung gekommen. Gekonnt spürt Nino Haratischwili den Abgründen nach, die sich zwischen den Trümmern des zerfallenden Sowjetreichs aufgetan haben. Der spannungsgeladene, psychologisch tiefenscharfe Schuld und Sühne-Roman über den Krieg in den Ländern und in den Köpfen, über die Sehnsucht nach Frieden und Erlösung. Wie in einem Zauberwürfel drehen sich die Schicksale der Figuren ineinander, um eine verborgene Achse aus Liebe und Schuld. Sie alle sind Teil eines tödlichen Spiels, in dem sie mit der Wucht einer klassischen Tragödie aufeinanderprallen. Andreas Platthaus von der FAZ lobt das Bich als "gnadenlos exakten Blick auf Russland in der Umbruchzeit der neunziger Jahre, als die kommunistische Entindividualisierung umschlug in eine Raubtiergesellschaft, die noch auf den alten Strukturen basierte und dadurch umso grässlichere Hierarchien schuf". Eine wahrhaft begnadete Erzählerin.

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(c) Magazin Frankfurt, 2019