Spera, Alligatoren

Spera, Alligatoren

(c) HarperCollins

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Seit Stunden belauern sie sich gegenseitig: das Alligatorweibchen, das seine Jungen beschützen muss, und Gertrude, deren vier Töchter seit Tagen nichts gegessen haben. Ein Schuss fällt, doch er trifft nicht das Reptil – es gibt Schlimmeres als den Hunger. Auch Annie, die Plantagenbesitzerin, hat einen größeren Feind, als sie wahrhaben möchte. Ihren jüngsten Sohn kostete das bereits das Leben. Doch als Oretta, Annies schwarze Haushälterin und in erster Generation von der Sklaverei befreit, Gertrudes kranke neunjährige Tochter bei sich aufnimmt, finden diese drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, zusammen. Denn sie alle haben eins gemeinsam: die unstillbare Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung. Beeeindruckend und in stimmigen Bildern schreibt Deb Spera in ihrem athmosphärisch dichten Roman über die Wirtschaftskrise in den USA, den Feminismus und die Lage der Schwarzen. Mit vielen Details lässt sie dabei die Zeit der 1920er Jahre in den Südstaaten lebendig werden.

Die Autorin wuchs in Louisville, Kentucky, auf, als Kind sehr junger Eltern auf und lebt heute mit Mann und zwei ihrer drei Kinder in Los Angeles. Sie hat es geschafft in Hollywood. Die Inhaberin der TV-Produktionsfirma One-Two Punch Productions produziert sie unter anderem Serien wie Criminal Minds, Army Wives, Reaper – Ein teuflischer Job, Finding Carter und Aim High – Hohe Ziele stecken.

Dies ist ihr erster Roman, doch schon zuvor wurde sie Finalistin des Montana Literaturpreises und zweimal Finalistin des Kirkwood Literaturpreises und veröffentlichte ihre Arbeiten in der Online-Zeitschrift Sixfold für Kurzgeschichten und Lyrik, in Garden & Gun, in der Wascana Review und im L.A.Yoga Journal. Beim Theaterstück „On the Road to Kitty Hawk“, das vom Actors Theater Of Louisville aufgeführt wurde, war sie Co-Autorin. Alligatoren ist ihr erster Roman. Über ihr Buch sagt sie "Veränderung kann entstehen, wenn wir unsere Kräfte vereinen. Das ist es, was Retta, Gertrude und Annie im Laufe des Buches zu verstehen beginnen. Keiner von uns hat eine Ahnung davon, was andere ihr Leben lang mit sich herumtragen. Wenn wir im Hinterkopf behalten können, dass wir alle Trauer erlebt haben, dann können wir uns vielleicht als Freunde begegnen statt als Feinde. Ich kenne niemanden, der ein schreckliches Trauma ganz alleine verarbeiten könnte. Wir brauchen einander. Die metoo-Bewegung wurde durch die Erkenntnis ins Leben gerufen, dass beinahe jede Frau eine Geschichte davon erzählen kann, wie sie von einem Mitglied des anderen Geschlechts misshandelt oder missbraucht wurde. Wenn man wie ich daran glaubt, dass jede Generation ein Echo hinterlässt, dann werden meine Töchter oder die Töchter meiner Töchter vielleicht in einer Zeit leben, in der Gleichberechtigung nicht einfach ein Anspruch ist – sondern eine Tatsache."

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(c) Magazin Frankfurt, 2018