Leopold, Leopold Mozart

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"Ein Mann von vielen Witz und Klugheit". Wohl kein Salzburger erkannte die Persönlichkeit Leopold Mozarts besser als Abt Dominikus Hagenauer, der ihn so anläßlich seines Todes eindrucksvoll würdigte. Er war der Sohn von Mozarts Hausherrn in der Getreidegasse und auch Leopold Mozart dürfte an dessen Werdegang Anteil genommen haben, denn nachdem er als Novize ins St. Petri Kloster eingetreten war komponierte sein Sohn Wolfgang Amadeus 1769 die Messe zu seinem Primiz und Leopold setzte sich für seine Wahl zum Abt aktiv ein. Leopold habe "Salzburg mit seinen zwey Kindern vor etwas 20 Jahren besonders Ehre gemachet" betonte er zu Leopold Mozarts Tod.

Selbst hatte es Leopold Mozart – der abgebrochene Student der Rechte, Kammerdiener in Salzburg und Musiker - nie bis ganz nach oben geschafft. Doch unbekannt war er keinesfalls, denn als Autor der vielgelesenen „Gründlichen Violinschule“ war er zumindest Musikern gut bekannt und hatte sich auch als Komponist von 250 Werken der Orchester- und Kammermusik einen Namen gemacht. Doch klug wie er war, erkannte er auch die Jahrhundertbegabung seines Sohnes Wolfgang Amadeus, den er intensiv förderte. Verkannt hatte er wohl die sich rasch verändernden Welt des 18. Jahrhunderts. Der aus Augsburg stammende Leopold Mozart verstand sich als ein Mittler zwischen den Welten, ein Jesuitenschüler, der auch mit Protestanten Freundschaften schloss, ein Bürgersohn, der dem Adel diente, ein Geiger, der als Schriftsteller zu reüssieren hoffte. Leopold Mozart war ein Mann, der mit offenen Augen durch die Welt reiste, voller Neugier auf alles: auf Religion und Medizin, auf Esskultur und Trinkgewohnheiten, auf Mode und Hygiene, auf Landschaft und Klima und vor allem auf die Menschen, die ihm begegnet sind.

Mancher fragt sich, ob Leopold Mozart ohne seinen Sohn in der Masse der vielen Musiker seiner Zeit untergegangen wäre? Was wäre aus Wolfgang geworden, wenn er nicht ihn, sondern einen anderen Lehrmeister gehabt hätte? Die Augsburger fragen sich noch heute, ob Leopold dieser weltoffene Mensch gewesen, wenn er im einst wie heute verkusteten Salzburg ausgewachsen wäre und nicht in der freien Reichsstadt Augsburg. Silke Leopolds Biografie klärt solche Fragen pointiert und lebendig. Rechtzeitig vor dem 300. Geburtstag am 14. November 2019 hat die Deutsche Mozartstadt ein neues Standardwerk über Mozarts Vater bei ihr in Auftrag gegeben, das Leopold Mozarts faszinierende Persönlichkeit, seine Verdienste und Verflechtungen in Zeit- und Musikgeschichte wissenschaftlich untermauert und dennoch unterhaltsam und leicht verständlich einem breiten Publikum zugänglich macht.

Die Musikwissenschaftlerin Silke Leopold studierte in Hamburg und Rom und lehrte bis zu ihrer Eremittierung 2014 an verschiedenen Universitäten und Hochschulen, zuletzt in Heidelberg. Die Geschichte der Oper, die italienische Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts und Monteverdi, Händel und Wolfgang Amadeus Mozart. Als Mitglied in der Akademie für Mozartforschung der Stiftung Mozarteum Salzburg ist sie über die Mozarts bestens informiert und erhielt in diesem Jahr den Händel-Preis der Stadt Halle. Als Autorin und Herausgeberin hat sie zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt, darunter das „Mozart-Handbuch“.

Silke Leopold, "Ein Mann von vielen Witz und Klugheit": Leopold Mozart. Eine Biographie , J.B. Metzler/Bärenreiter, Hardcover, 280 Seiten, ISBN 978-3-7618-2086-5, 29,99 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2019