Marly, Madame Piaf

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Marly, Madame Piaf und das Lied der Liebe

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"Moral ist, wenn man so lebt, dass es gar keinen Spaß macht, so zu leben" oder "Das Glück muss man mit Tränen bezahlen" sind Statements von Édith Piaf. Die Sängerin wuchs in asozialen gewalttätigen Verhältnissen auf und flüchtete sich schon als 15-jährige als Straßensängerin nach Paris, so die nur 1,47 Meter große Sängerin schnell Karriere machte. Bühnenauftritte in ganz Europa und unzählige Schallplatten ließen sich auch durch die Zeiten der deutschen Besatzung nicht stoppen. 1940 wurde sie Patin des Berliner Kriegsgefangenen-Stammlagers Stalag III D, wo bis zu 2600 französische Kriegsgefangene untergebracht waren. Sie wohnte luxuriös im reichen 16. Arrondissement über einem edlen Nachtclub und Bordells im Umfeld des Pariser Gestapohauptquartiers. Die Nazis unterstützten ihre Konzertreise nach Berlin, wo sie mit anderen Künstlern vor dem Brandenburger Tor posierte. Es kommt zu einer ersten Zusammenarbeit mit dem Moulin Rouge und dem Abzug der deutschen Besatzer, nachdem man die Sängerin der Kollaboration beschuldigt und sie ein Auftrittsverbot fürchten muss. Während sie ihre Unschuld zu beweisen versucht, lernt sie den ungelenken sechs Jahre jüngeren Yves Montand kennen, einen talentierten jungen Sänger und Produzenten, mit dem Édith anfängt zu arbeiten, und schon bald werden aus den beiden Chansonniers Liebende. Sanktionen wegen der Kollaboration entgeht sie, da ihre Sekretärin Andrée Bigard als Mitglied der Résistance für sie aussagte. Das Glück an Yves' Seite inspiriert Édith 1947 zu einem Lied, das sie zu einer Legende machen könnte - La vie en rose. Édith Piaf - sie verkörperte den Mut zu lieben wie keine andere und ging in ihrer Kunst wie im Leben bis zum Äußersten.

Michelle Marly gelingt mit ihrem Buch ein leidenschaftliches Plädoyer. Sie erzählt aus der Perspektive der Sängerin deren Wahrnehmung der vier Jahre zwischen 1944 bis 1947. Einfühlsam schildert sie Piafs Musikkarriere, ihr Leben nach dem Abzug der Besatzer und ihre zahlreichen Liebschaften und Freundschaften. Immer wieder fällt aber auch ein Blick zurück in prägende Phasen ihres Lebens. Hinter der französisch klingenden Autorin Michelle Marly verbirgt sich die deutsche Autorin Micaela Jary. Jary? Wenn man den seltenen Namen hört fällt einem sofort der Komponist Michael Jary ein, Micaelas Vater, der mit seiner Filmmusik und Liedern wie "Davon geht die Welt nicht unter", "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" oder "Wir werden niemals auseinandergehen" unsterblich wurde. Micaela ist also von der Musik geprägt. Schon seit einem Vierteljahrhundert schreibt die Autorin, die nach ihrem Volontariat viele Jahre als Redakteurin und stellvertretende Chefredakteurin für verschiedene Zeitschriften arbeitet und mehrere Jahre in Paris lebte, unter Pseudonym erfolgreich historische Romane. Nach Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe über Coco Chanel im vergangenen Jahr ist dies ihre zweite Romanbiografie unter dem neuen Pseudonym. Sie kennt sich in Paris gut aus und schafft es die Stadt atmosphärisch zu beschreiben. Der Band ist Teil der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe”, in der verschiedene Romane erschienen, die interessante Frauen vorstellen.

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(c) Magazin Frankfurt, 2020