Bechmann, Thüringen

Bechmann, Thüringen

(c) Trescher Verlag

Das „grüne Herz Deutschlands“ wartet mit einer beeindruckenden landschaftlichen und architektonischen Vielfalt auf. Vom Eichsfeld bis zum Altenburger Land wechseln sich Wälder und Berge, lichte Ebenen und Kalksteinfelsen, romantische Flüsse und Auen ab. Nicht umsonst vergleicht es der Rheinländer Liedermacher Rainald Grebe, die hier seine neue Heimat fand, mit dem fiktiven „Auenland“ der Hobbits in „Der Herr der Ringe“. Da liegen diese schönen Landschaften mit ihren Städten, deren Ortsbilder nicht zuletzt von der früheren Kleinstaaterei geprägt wurden, denn über . Jahrhunderte war das Gebiet Thüringens in kleine und kleinste Fürstentümer aufgeteilt. So waren etwa die Ernestiner zeitweise in bis zu zehn Nebenlinien aufgespalten. Politisch konnte man sich so natürlich nicht profilieren, und auch militärisch spielte die Region meist kaum eine Rolle, es sei denn als Durchzugsgebiet von Heeren.

Umso intensiver stürzte man sich auf Kunst, Kultur und Wissenschaft und beeinflusste damit ganz Europa. Der Repräsentationszwang und Wettbewerb der vielen Herrscher führte zu der enormen Dichte an Museen, Parks, Theatern und weiteren Sehenswürdigkeiten, die auch heute die Menschen anzieht. Die meisten kulturellen Einrichtungen und Kunstsammlungen verdanken ihre Existenz fürstlichen Initiativen. Thüringen hat die höchste Residenzdichte Deutschlands, allein die wettinischen Ernestiner hinterließen elf Hauptstädte. Hinzu kommen reußische, schwarzburgische und andere Residenzen. Mit dieser Vielfalt ist das Land heute touristisch unschlagbar.

Bedeutende Dichter und Denker sowie Musiker verbreiteten in den mehreren Dutzend kleinstaatlichen Hauptstädten und kulturellen Zentren Thüringens den Geist der Klassik und Romantik. Natürlich stehen Goethe, Schiller und Bach hier mehr als andere im Mittelpunkt. Aber auch Herder, Nietzsche, Feininger, Lessing, die Meister des Bauhauses und die Erschaffer der Meininger Theatertradition hinterließen ihre bedeutenden Spuren. 2017 feierte Thüringen als eines der bedeutenden Schaffenszentren 500 Jahre Luther und Protestantismus. Öfters Ärger gab es bei so vielen Herrschern natürlich auch. Über 450 Burgen und Festungen in Thüringen zeugen davon. Dazu kommen neben Klosteranlagen eine Reihe von Parks und Schlossgärten, die von Mittelalter über Renaissance, Barock, Ideen des 18. und 19. Jahrhunderts bis hin zu modernen Grünanlagen nahezu die gesamte Palette der Gartenbaukunst umfassen.

Zudem blieben die Städte Thüringens im Zweiten Weltkrieg – abgesehen von Jena, Gera, Nordhausen und Creuzburg – von starken Zerstörungen weitgehend verschont. So hat sich hier viel historische Bausubstanz erhalten. Diese ungewöhnliche Dichte an kulturellem Reichtum zeigt sich unter anderem darin, dass das Bundesland 18 UNESCO-Welterbestätten aufweist. Davon finden sich allein 16 in Weimar, und schon deswegen ist diese Stadt ein absoluter touristischer Höhepunkt.

Damit bietet sich Thüringen sowohl Kulturinteressierten als auch Naturliebhabern als Ziel für einen bereichernden, auch längeren Urlaub an. Der neue Reiseführer möchte dazu beitragen, den Besuchern diese Schönheiten zu erschließen. Im Land finden sich neben der lebendigen Hauptstadt Erfurt zahlreiche sorgsam gepflegte historische Ortsbilder, in denen man alle Phasen der europäischen Architekturgeschichte von der Spätgotik bis zur Moderne nachvollziehen kann. Der Autor beschreibt alle berühmten Orte wie Weimar, Jena oder die Wartburg, führt die Leser aber darüber hinaus auch in abgelegene und von Touristen selten aufgesuchte Landstriche und kleinere Orte. Der Band gibt eine fundierte Einführung in die Geschichte und Gegenwart des Bundeslandes und macht mit den kulturellen Eigenheiten des Landes und seiner Bewohner bekannt. So wird etwa die große ideelle Bedeutung von Bratwurst und Kloß für die Thüringer beschrieben. Der Reiseführer bietet zudem umfangreiche reisepraktische Hinweise für Aktiv- und Kulturtouristen, egal ob für einen oder mehrere Tage im grünen Herzen Deutschlands.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018