Fennema/Reski, Melancholia

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Schon bei der Motivsuche kennt Fennema keine Grenzen und seine Reisen führen ihn an viele versteckte Orte quer durch Europa, wo er einzigartige Motivschätze aufspürt. Themenschwerpunkt seiner freien Arbeiten sind derzeit vergessene Orte – um ihre Funktion beraubte, verlassene Orte oder Gebäude, deren Geschichten er erzählt und die maroden Motive in einer bewegenden Zwischenwelt aus gestern und heute, in lebendigen Bildern festhält.

Dabei liest sich jedes seiner Bilder als Auseinandersetzung mit dem Ort, seiner Stimmung, seiner Geschichte. Daraus formt er sein Bildkonzept schon bevor er die Kamera aufbaut. Sein Verzicht auf künstliches Licht und die dadurch entstehende stimmungsvolle Lichtspiele charakterisieren sein Schaffen.

Vor rund drei Jahren erschien Sven Fennemas Bildband Nostalgia als seine persönliche Liebeserklärung an ein Land, das ihn - wie viele andere - vom ersten Moment an sehr beeindruckt hat: Italien. Seitdem, sagte der 1981 in Xanten geborene Fotograf, der in Krefeld lebt, sei er "regelrecht gefesselt" und verbingt den größten Teil seiner Recherchen und Reisen auf der Appeninhalbinsel. In den Jahren ist seine Leidenschaft für das Land nicht erloschen, sondern weiter entfacht. "In den letzten Jahren erlebte ich die Menschen und das Land intensiver als je zuvor und schloss neue Freundschaften."

Schnell wollte er sich in einem neuen Werk, voll und ganz auf die grandiose Architektur und Geschichte des Landes konzentrieren.

Nicht einfach eine Fortsetzung von Nostalgia sollte es werden und so recherchierte er meist in Regionen, die in diesem ersten Bildband nur am Rande oder gar nicht gezeigt wurden. So entdeckte Fennema erstmals auch den Süden Italiens, der ihn in vielerlei Hinsicht überraschte und begeisterte, da er sich völlig anders als der ihm schon gut bekannte Norden präsentierte. Sind auch manche Motive ähnlich, so haben sie doch im Süden einen völlig anderen Charakter und auch eine unterschiedliiche Wirkung.

Dabei entdeckte Fennema auf seiner Suche nach Orten der verlorenen Zeit zahllose Orte von majestätischer Schönheit in Mittel- und Süditalien: Versunkene Kirchen, Mühlen, einst schmuckvollen Anwesen, majestätischen Höfen und zurückgelassenen Fabrikhallen lassen viele alte Geschichten entdecken. Die unnachahmlichen Fotografien zerstörter Bergdörfer, vergessener Friedhöfe und ausgeräumter Psychiatrien gehen als Fantasiewelten mit morbidem Charme unter die Haut. Berührend.

Mit der Journalistin und Schritstellerin Petra Reski fand er in Sachen Italienliebe den geeigneten Counterpart, denn Reski lebt in Venedig und schreibt seit fast 30 Jahren nicht nur Reportagen und Sachbücher über Italien, sondern auch Romane. Einer ihrer Schwerpunkte ist dabei die Mafia, wo sie in ihrer Palermo-Trilogie die taffe sizilianische Antimafia-Staatsanwältin Serena Vitale ins Leben gerufen hat, die sich bemüht, der Mafia Paroli zu bieten.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018