Jones/Amaral, Die Welt von gestern in Farbe

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Wow! Das Buch zeigt, was geschieht, wenn man die Epoche der Schwarz-Weiß-Fotografie aus ihrem monochromen Schlummer reißt? Schon in den späten 1830er Jahren wurden prägende Momente genauso wie Alltagsszenen auf Lichtbild gebannt. Das Zeitalter der Fotografie hatte begonnen und macht seither die Vergangenheit für die Nachwelt sichtbar – doch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein nur in Schwarz-Weiß, obwohl in den frühen 1930er Jahren die Farbfotografie aufkam, nutzte der Fotojournalismus sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg und die künstlerische Fotografie verzichtetet noch bis in die 70er Jahre darauf.

Heutzutage kann man digital sogar mit einer Web-Applikation Schwarz-Weiß-Fotos Farbe verleihen, denn Informatiker arbeiten schon länger an Programmen, die diese Aufgabe übernehmen können. Algorithmia bietet zum Beispiel Algorithmen an, die App-Entwickler in ihre Produkte einbauen können, einer davon koloriert Schwarz-Weiß-Fotos. Mit "Colorize Photos" kann das jeder kostenlos einmal ausprobieren.

Da reicht es die Web-Adresse des Fotos einzugeben, es hochzuladen und auf Knopfdruck zu kolorieren. Klar gesagt werden muss aber, dass die Ergebnisse nicht an die Arbeit von Marina Amaral heran, die manuell einiges mehr an korrekter Farbe aus den Grautönen herauskitzelt. In dem beeindruckenden Buch kolorierte sie mittels digitaler Bildbearbeitung 200 ikonische Bilder aus den Jahren 1850 bis 1960, sodass Schwarz-Weiß-Fotografien zu lebendigen und faszinierenden Farbfotos werden. Berühmte Staatsmänner, wichtige historische Ereignisse ebenso wie die Gesichter gewöhnlicher Menschen zeigen sich uns auf dramatische und unerwartete Weise. Ergänzt werden die Bilder durch informative Begleittexte des Historikers Dan Jones. Von der Zeit Bismarcks bis zum jungen Nelson Mandela, von der ersten Weltausstellung bis zur Epoche der Raumfahrt – Die Welt von gestern in Farbe bietet einen einzigartigen und oft wunderschönen neuen Zugang zur modernen Geschichte.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018