Schweisfurth, Das geht so nicht weiter!

Rechtlicher Hinweis - Buch

Das Buch wurde uns vom Verlag kostenfrei als PDF, eBook oder Printausgabe zur redaktionellen Besprechung zur Verfügung gestellt. Durch Verlinkung zu Amazon.de oder anderen Online-Händlern erhalten wir beim Kauf eine Provision, die unsere für den Leser kostenfreie redaktionelle Arbeit ermöglicht. Ein bezahlter Werbeauftrag des Verlags liegt nicht vor.

Schweisfurth, Das geht so nicht weiter!

(c) bene!

Gerade fällt mir der Wochenendprospekt des benachbarten Supermarkts in die Hände. Kein Discounter, sondern ein ganz normaler Edeka-Markt. Etwas größer als früher, aber immer noch recht übersichtlich. Ein Senior mit weißem Rauschebart und Sonnenbrille wirbt darauf mit einem roten Pinsel in der Hand für "supergeile Preise", die man gestrichen habe. Schweinenacken bietet man für 4 Euro pro Kilo an. Discounter sind oft noch billiger. Im Mittel haben Schweine ein Schlachtgewicht von gut 90 Kilogramm, davon sind rund 55 Prozent Muskelfleisch. Pro Kilo Schwein bekommt der Bauer zur Zeit 1,73 Euro, also etwas mehr als 155 Euro. Das ist schon viel, denn der mittlere Preis lag 2018 bei 1,46 Euro pro Kilo. Dem stehen Futterkosten von rund 45 Euro gegenüber. Die Preise für Bio-Schweine sind rund 2,5 mal so hoch wie für konventionell gemästete Tiere. Dennoch ist der Markt in der Vergangenheit kaum gewachsen.

Denn uns wird ein Immer-Mehr, Immer-Günstiger als erstrebenswertes Ziel verkauft. Doch wir spüren längst: Das muss ein Ende haben! Denn ein Lebensmittel- und Tierhaltungs-Skandal jagt den nächsten. Karl-Ludwig Schweisfurth war einst der Chef von "Herta", einer von Europas größten Wurstfabriken. Eines Tages – er war damals 56 Jahre alt – wurde ihm klar: "Ich muss damit aufhören und noch einmal ganz neu anfangen. Das geht so nicht weiter!" Er verkaufte alles und realisierte seinen Traum von einer anderen Landwirtschaft, die die Würde des Tieres achtet. 30 Kilometer südöstlich von München lebt er heute mit seiner Familie auf Gut Hermannsdorf bei Glonn. In den "Hermannsdorfer Landwerkstätten" werden nur verantwortungsvoll gehaltene Schweine geschlachtet, wird Fleisch für den Verkauf vorbereitet, Wurst gemacht, Brot gebacken und Käse hergestellt. Hier schätzt man das "gute Leben". Mit seinen inzwischen 88 Jahren ist Karl-Ludwig Schweisfurth immer noch hellwach. In München hat er sich als Gasthörer für ein Philosophie-Studium eingeschrieben. Er ist ein Mensch, der weiß, wofür er steht und um was es geht.

Dieses Buch ist sein Credo: Es geht ihm nicht nur um Achtsamkeit beim Essen und um gute Tierhaltung, sondern um die grundsätzliche Verantwortung der Generationen füreinander. Um Sorgsamkeit im Umgang, Achtung vor dem Leben und der Schöpfung. Um Respekt, Demut, Ehrfurcht und Schönheit – Schönheit in den kleinen Dingen und beim Blick aufs große Ganze.

Gemeinsam mit seiner Enkelin Sophie, die in dritter Generation die Verantwortung für den Betrieb südlich von München übernommen hat, entfaltet er in diesem Manifest die faszinierende Zukunftsvision eines Lebens, das wir am Ende nicht bereuen müssen. Denn die Würde des Menschen beginnt mit dem Respekt vor den Tieren. Schweisfurth sagt "Früher habe ich 30.000 Schweine und 5.000 Rinder in der Woche schlachten lassen. Irgendwann merkte ich, das ist der völlig falsche Weg. Der Ruf nach dem immer Mehr ist Wahnsinn. Das geht so nicht weiter. Es ist ein Lebensauftrag für uns, die Erde ein klein wenig schöner und besser zu verlassen, als wir sie betreten haben."

Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth, Das geht so nicht weiter! - Die Würde des Tieres ist unantastbar, bene!, Hardcover, ISBN 978-3963400568, 12 Euro

bei Amazon.de bestellen

(c) Magazin Frankfurt, 2019