Amano/Beacon, Dumplings für alle!

Amano/Beacon, Dumplings für alle!

(c) Kunstmann

Bei der Lektüre des Buchs muss ich an einen Messebesuch auf der IAA vor 20 Jahren denken, der durch den schrecklichen Terroranschlag auf das New Yorker World Trade Center überschattet wurde. Der Stuttgarter Autobauer Daimler Benz hatte damals in Frankfurt zu Tisch gebeten und Maultaschen serviert - beziehungsweise ihre Pendants in den verschiedenen Absatzmärkten. Dumplings stehen dabei ganz hoch im Kurs, denn Chinas Volkswirtschaft boomte und nahm Fahrt auf.

Doch auch abseits von China sind Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen sind in vielen Ländern der Erde verbreitet, in Polen, in Russland, in Italien, Südamerika und auch in Indien. Der Teig aus Mehl oder Hartweizengrieß, Wasser, Salz und manchmal auch Eiern wird flach ausgerollt und portioniert. Etwas Teig wird mit der gewünschten Füllung belegt, mehr oder weniger kunstvoll geschlossen und danach gekocht, gedünstet, gebraten oder frittiert. Aufgrund der einfachen Zubereitungsweise und der Breite der möglichen Variationen sind Teigtaschen schon seit Jahrhunderten auf der ganzen Welt verbreitet. Ob die europäischen unabhängig von den asiatischen Versionen entstanden sind, ist noch unklar.

Erstmals mit Teigtaschen konfrontiert wurde ich als Kind. Damals gab es bei uns manchmal die geliebten Ravioli von Maggi. Als ich vor zwei Jahren in Bologna war, habe ich mir bei einer Cesarina zeigen lassen, wie man die Bologneser Teigtaschen-Spezialität Tortellini herstellt.

Die beiden Amerikaner Hugh Amano und Sarah Becan haben sich auf die asiatischen Variationen konzentriert. Amano stammt aus Colorado und verspeiste seine erste Gyoza schon als Kleinkind, als seine Mutter sie für einen »Japanischen Abend« zubereitete. Später studierte Amano am New England Culinary Institute das Koch-Handwerk und arbeitete später im für seine Macau-Küche bekannten Restaurant »Fat Rice« in Chicago.

Seine Mitstreiterin Sarah Becan ist Designerin, Autorin, Comiczeichnerin und Illustratorin und veröffentlichte ihre Arbeiten in zahlreichen Print- und Online-Magazinen wie Saveur, Chicago Reader, Eater und TruthOut. Für Kunstmann schrieben die beiden im vergangenen Jahr bereits den Band Ramen für alle!

Das Buch macht Sinn, denn die in allen asiatischen Kochkulturen beliebten Dumplings finden auch bei uns in Europa immer mehr Freunde. Das illustrierte Kochbuch serviert dem Leser authentische Rezepte für japanische Gyoza, chinesische Jiaozi, koreanische Mandu und viele mehr. Eine Liebeserklärung an ein Essen, von dem man nie genug kriegen kann. Dabei laden die beiden in ihrem neuen Buch in die weite Welt der Teigtaschen aus diversen asiatischen Kochkulturen ein: Die kulinarische Reise geht von Gyoza aus Japan, Jiaozi, Wonton, Siu Mai und diversen Baozi aus China, Mandu aus Korea über tibetische Momos und mongolische Buuz bis zu den süßen Kaya Baozi aus Malaysia und Num Kom aus Kambodscha.

Das detailreich illustrierte, kompetente und dabei äußerst zugängliche Kochbuch wird Neueinsteigern ebenso viel Vergnügen bereiten wie erfahrenen Köchen. Geschichte – und Geschichten – der Teigtaschen finden darin ebenso Platz wie die passenden Teige, die diversen klassischen Formen und die dazugehörigen Falttechniken, die aromatischen Füllungen und die Zubereitungsmöglichkeiten. Also - nichts wie ran ans Werk.

Hugh Amano/Sarah Becan, Dumplings für alle! - Ein Kochbuch über asiatische Teigtaschen, Kunstmann, Hardcover, 208 Seiten, ISBN 978-3956144653, 24 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2021