Glückstock, San Sebastian - Die Kultrezepte

Sückstock, San Sebastián

(c) Christian

Echt jetzt? Das erste Spanien-Kochbuch zu San Sebastian? Dabei ist die Stadt an der Biskaya derzeit einer der angesagtesten Hotspots für Gourmets. Gut, Bücher über die baskische Küche gibt es bereits und wir hatten sie auch vorgestellt, wie José Pizarros Buch Baskisch: Rezepte aus San Sebastian, Bilbao und Umgebung. In diesem Band von Stefanie Glückstock haben wir zwar noch eine Menge Bilder der spannenden Stadt, aufgenommen von dem aus Libyen stammenden Fotografen Taha Jawasi, der - nachdem er für die Weltpresse viele packende Fotos über die Konflikte in seinem Heimatland geschossen hat - vor drei Jahren nach Spanien zog und jetzt seine neue Heimat mit ihrer Geschichte, Kultur und Gastronomie mit der Kamera erkundet.

Auch die Mitdreißigerin Stefanie Glückstock hatte erst etwas anderes mit ihrem Leben geplant, als sie 2012 ihr Examen als Steuerberaterin absolvierte, dann aber nicht weiter in dem Beruf arbeitete, sondern noch einmal die Schulbank drückte, Spanisch lernte und einige Zeit in Spanien lebte. Da das Thema Food eine ihrer Leidenschaften ist, wundert es nicht, dass auch San Sebastian ganz oben auf ihrer Besuchsliste stand und sie sich daran machte, die Kultstadt kulinarisch zu entdecken.

Inzwischen ist sie wieder zurück in Deutschland, hat einen Backblog Ofenbekenntnisse.de und arbeitet im Produktmanagement des herausgebenden Christian Verlags. Ihr Buch ist vollgepackt mit meist nicht sehr aufwendigen traditionellen Rezepten aus dem Baskenland und jeder Menge spannender Infos rund um die zauberhafte Filmstadt am Sandstrand La Concha.

Auch ich erinnere mich immer gerne an Besuche der faszinierenden Stadt, wo mich einmal der Food Scout Hans Harms, ein bärtiger Friese, der vor rund einem Dritteljahrhundert auf der Fahrt mit dem VW Bully aus Jever dort Station machte, sich nicht nur in die Stadt verliebte, promovierte und als Berater für die Stadtverwaltung dort hängen blieb, durch die besten Pintxos-Bars der quirligen Altstadt begleitete.

Auch Stefanie erwähnt in ihrem Buch die sociedad gastroónomica, die im Baskischen schlicht txoko, für Ecke oder Winkel stehen. Die Gastronomische Gesellschaft, in die mich Hans damals mitnahm und die traditionell den Männern vorbehalten war, hatte ihn selbst zum Mitglied ernennt - für einen Ausländer eine enorme Ehre. Ich staunte nicht schlecht, als beim gemeinsamen Kochen Jan Mari Arzak vorbeischaute, einer der weltbesten 3-Sterne-Köche, dessen legendäres Restaurant nicht weit entfernt lag und der ebenfalls Mitglied der txoko war. Inzwischen hat seine sympathische Tochter Elena die Regie am Herd übernommen, die 2012 zur weltbesten Köchin gekürt wurde und durch ihre Ausbildung an der Hotelschule in Luzern erstklassig Deutsch spricht. Der Besuch des Restaurants Arzak ist eine Wucht, allein die spannende Versuchsküche demonstriert die Experimentierlust der Basken, die hier vor Ort auch über erstklassige Zutaten verfügen. Neben dem Arzak gibt es noch fünf weitere Sternerestaurants in der Stadt, davon mit dem Abelarre ein weiteres 3- Sternerestaurant und im näheren Umkreis kann man in Lasarte Martin Berasateguis ebenfalls mit drei Sterne gekröntes Restaurant oder das Mugaritz in Errenteria besuchen. Allesamt Restaurants, die nicht nur einen Besuch wert sich, sondern die Reise lohnen, da die Eindrücke dem Genießer unvergessen bleiben werden.

Ein paar der Sternerezepte finden sich auch im Buch, doch ansonsten sind sie auch für den begeisterten Hobbykoch nachvollziehbar und kochbar. Seien Sie als ein Trendsetter und servieren Sie Ihren Freunden und der Familie ruhig einmal Tapas wie in San Sebastián: hier heißen sie übrigens Pintxos (gesprochen Pinchos). Neben diesen kleinen Gerichten entdecken Sie in diesem Buch zahlreiche weitere Geheimnisse der spanisch-baskischen Küche und erfahren etwas über die spanenden Weine. Gozatu zure bazkaria!

Stefanie Glückstock, San Sebastián - Die Kultrezepte, Christian, Hardcover, 224 Seiten, ISBN 978-3959613910, 29,99 Euro

Rechtlicher Hinweis Buch

Das Buch wurde uns vom Verlag kostenfrei als PDF, eBook oder Printausgabe zur redaktionellen Besprechung zur Verfügung gestellt. Durch Verlinkung zu Amazon.de oder anderen Online-Händlern erhalten wir beim Kauf eine Provision, die unsere für den Leser kostenfreie redaktionelle Arbeit ermöglicht. Ein bezahlter Werbeauftrag des Verlags liegt nicht vor.

(c) Magazin Frankfurt, 2021