Gugetzer, Lunch in London

Gugetzer, Lunch in London

(c) Christian Verlag

Nicht jeder ist ein Freund der englischen Küche - und die Briten haben sicherlich einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, dass der Ruf ihrer Küche weit hinter der von Frankreich und Italien zurückbleibt. Als Krimifan lese ich gerne die Bücher von Elisabeth George, die von einem Londoner Ermittlerpaar berichtet, er Mitglied des Adels, sie aus proletarischen Verhältnissen. Auch wenn darin die Küche, anders als zum Beispiel in den Krimis von Andrea Camilleri, Donna Leon oder Martin Walker keine Rolle spielt, erwähnt George manchmal die Essgewohnheiten von DS Havers und da kommt bei zu Brei gekochtem Gemüse, frittierten Marsriegeln, Sausage Rolls, Chip Butty, Pop-Tarts oder Toast mit Bohnen nur selten Lust auf, die britische Küche kulinarisch zu erkunden. Beim Besuch auf der Insel und dem Besuch von Lebensmittelläden fallen die Unmengen an Tiefkühlessen und einfachen Fertiggerichten auf, die dem Briten die Arbeit erleichtern möchten. Man kann also ohne Probleme seine etablierten Vorurteile über die englische Küche pflegen,

Und doch hat die britische Küche mehr zu bieten. Vor einigen Jahren hatte ich bei einer Gastromesse in Girona Heston Blumenthal kennengelernt. Heston hatte noch als Teenager während eines Frankreich-Urlaubs die gehobene Gastronomie kennengelernt und eignete sich dann seine Kochkenntnisse selbst an. Seit 1995 hat er in einem Pub aus dem 16. Jh., den er in sein Restaurant „The Fat Duck“ umwandelte die englische Kochkunst revolutioniert und erkochte sich mit klassischen französischen Bistrogerichten und Molekularküche inzwischen drei Michelin-Sterne. Auch der quirlige Jamie Oliver hat als The Naked Chef einiges in Bewegung gebracht, indem er zwar auf einfache Zutaten und einfache Zubereitung setzt, aber immer darauf achtet, das die Gerichte auch schmecken.

Jetzt hat sich die Hannoveraner Kochbuchautorin Gabriele Gugetzer der britischen Küche zur Mittagszeit angenommen und präsentiert A Very British Lunch Time!

Darin zeigt die erfahrene Food- und Reisejournalistin, die selbst schon seit ihrer Jugend gerne nach London reist und dort auch einige Zeit gelebt hat, alles, was das ultimative positive Brit-Feeling nach Deutschland bringt. In dem Buch kann der Leser zusammen mit der London-Expertin auf eine kulinarische und traditionsreiche Reise durch die einzelnen Viertel der englischen Hauptstadt gehen. Er erfährt dabei viel über die dort befindlichen alten Traditionslokalen wie das Claridges oder renommierte Hotels, über das jeweilige Lebensgefühl, dass sich oft deutlicher unterscheidet, als wir es in deutschen Großstädten gewohnt sind. In das Buch aufgenommen hat sie 50 klassische Rezepte zu Lunch und Afternoon Tea, wie Beef Wellington, Rosewood Pork Pie oder Twice-baked Cheese Soufflé oder die heißgeliebten Scones.

Der Band ist nicht eine Auflistung von Rezepten, sondern wird aufgelockert durch Gabrieles unterhaltsamen Erzählungen und die stimmungsvollen Fotografien von Katya Katkova. Mit den Plänen der wichtigsten Adressen ist das Buch ein guter Begleiter durch das kulinarische London, das fernab der eingangs erwähnten Pop-Up-Gerichte aus der Mikrowelle mit seiner Küche durchaus begeistern kann. Das inzwischen dritte London-Buch der Autorin ist nicht nur für Fans von Downtown Abbey oder Bridgerton ein absolutes Muss!

Gabriele Gugetzer, Lunch in London - 50 echt britische Rezepte von Late Breakfast bis Afternoon Tea, Christian Verlag, Hardcover, 224 Seiten, ISBN 9783959616607, 29,99 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2022