George, Was im Verborgenen ruht

George, Was im Verborgenen ruht

(c) Goldmann

Als die Polizistin Teo Bontempi nach einer schweren Verletzung nicht mehr aus dem Koma erwacht, weist alles auf einen Mordanschlag hin. Weil Teo zuletzt vor allem in der nigerianischen Gemeinde Nord-Londons ermittelte, beginnt Detective Superintendent Thomas Lynley auch genau dort mit der Suche nach dem Täter. Zusammen mit DS Barbara Havers taucht er in eine Welt ein, die nichts mit dem privilegierten britisch-bürgerlichen Leben, wie es Lynley bisher kannte, gemein zu haben scheint. Eine Welt, in der Schweigen und Unverständnis mehr als sonst ihre Arbeit behindern. Zumal auch Teo selbst nicht nur ein Geheimnis zu verbergen hatte ...

Man könnte meinen, die 73-jährige Elisabeth George lebe in London oder irgendwo in England, aber ihre aus Ohio stammende Familie zog schon kurz nach ihrer Geburt in die Umgebung von San Francisco, wo sie aufwuchs, Englisch studierte und später als Englischlehrerin arbeitete und dabei nebenher noch einen Abschluss in Psychologie machte. England ist ihr aber durchaus vertraut, denn dann brachte sie ihre Lehrtätigkeiten in Creative Writing nicht nur an Universitäten in den USA und Kanada, sondern auch nach Großbritannien. Mittlerweile lebt sie auf der idyllischen Insel Whitney Island vor den Toren Seattles im US-Bundesstaat Washington, von der mich schon seit Jahren die Fotos einer FB-Freundin begeistern. Für ihre akribischen Recherchen verlässt sie das beschauliche Eiland aber auch, um vor Ort in ihrer Zweitwohnung im Londoner Stadtteil Kensington zu ermitteln. Sie ist in zweiter Ehe mit einem ehemaligen Feuerwehrmann verheiratet.

Ihre Bücher sind meist recht voluminös. Sie startete ihre schriftstellerische Tätigkeit schon 1983, als ihr erster Mann ihr einen PC kaufte, mit dem sie innerhalb weniger Wochen ihren ersten Roman "Gott schütze dieses Haus" schrieb, in dem es um sexuelle Gewalt in der Familie und die Folgen für die Betroffenen ging.

Schon in diesem ersten Roman ermittelt der smarte Inspector Lynley, ein adeliger Kriminalkommissar zusammen mit seiner aus proletarischen Verhältnissen stammenden Assistentin Barbara Havers. „Für den Kriminalroman habe ich mich entschieden, weil ich zu dieser Zeit gerade einen Kurs zum Thema Krimi gegeben habe, also meinen Schülern genau erklären musste, wie solche Geschichten funktionieren, wie sie aufgebaut und konstruiert werden. Und da habe ich gemerkt, dass auch ich solche Geschichten schreiben könnte. So kam das ganz unwillkürlich, dass ich mich diesem Genre zuwandte, als ich mich entschloss, mit dem Schreiben anzufangen.“

Ihre Bücher zeichnen sich aus durch gewissenhafte Recherche, präzisen Spannungsaufbau und höchste psychologische Raffinesse. Ihre Fälle sind stets detailgenaue Porträts unserer Zeit und Gesellschaft. Alle Bücher von ihr wurden internationale Bestseller und erklommen sofort nach Erscheinen in Deutschland und vielen anderen Ländern die Spitze der Verkaufscharts. Ihre Lynley-Havers-Romane wurden von der BBC mit Nathaniel Parker und Sharon Small in den Hauptrollen verfilmt und auch im deutschen Fernsehen mit großem Erfolg ausgestrahlt.

Elisabeth George, Was im Verborgenen ruht, Goldmann, Hardcover, 800 Seiten, ISBN 978-3442316205, 26 Euro

(c) Magazin Frankfurt, 2022