Skin

Eine wahre Geschichte über den schweren und gefährlichen Ausstieg aus der Nazi-Szene liefert der Film SKIN. Gesicht und Körper von Bryon Widner (Jamie Bell) sind mit Tätowierungen übersät - sichtbare Zeichen seiner Zugehörigkeit zu einer extremen rechtsradikalen Gruppe. Seit seiner Jugend ist er dabei, wurde vom Anführerpaar wie ein Sohn aufgenommen und zu Hass und Gewalt erzogen. Doch dann verliebt er sich und möchte aussteigen ...

Der israelische Filmemacher Guy Nattiv erhielt für seinen gleichnamigen Kurzfilm im vergangenen Jahr einen Oscar. Zeitgleich drehte er die Spielfilmfassung und erzählt darin authentisch und ungeschönt die Geschichte des Szene-Aussteigers Bryon „Babs“ Widner, der zu den meist gesuchten weißen Suprematisten des FBI zählte. Durch die Hilfe des schwarzen Menschenrechtsaktivisten Daryle Jenkins konnte er ein neues Leben beginnen. Gemeinsam hielten sie seine Geschichte in einem Buch fest, das die Basis des Films lieferte. Darin geht es wie Bryon Widner einst von zwei glühenden Anhängern der „White-Supremacy-Ideologie“ von der Strasse geholt und aufgezogen wurde. Von Kopf bis Fuss mit rassistischen Tätowierungen bedeckt, lebt er ein zerstörerisches Leben, in welchem Gewaltverbrechen an der Tagesordnung liegen. Als er bei einer Versammlung die alleinstehende Mutter Julie (Danielle MacDonald) und deren drei junge Töchter trifft, wächst in ihm der Wunsch nach einem normalen Leben. Doch seine rassistische „Familie“ lässt Bryon nicht gehen.

Das zeigen schon die vier Zwischenaktmusiken, die eine echte Scharnierfunktion zwischen den Aufzügen ausfüllen. Und die Siegessinfonie am Ende weist auf die endgültige Befreiung der Niederlande von spanischer Herrschaft hin, die – in ferner Zukunft liegend - im Stück gar nicht behandelt wird. Das ganze Werk erhält dadurch einen geradezu revolutionären Duktus – sicher ganz im Sinne des Weimarer Meisters. Für das livehaftige Theatererlebnis ist auch diese Bonner Produktion im dreidimensionalen 2+2+2-Klang aufgenommen und in feinster Super Audio CD-Technik gefertigt – im wahrsten Sinne audiophil!

Ludwig van Beethoven, Egmont Schauspielmusik op.84, Matthias Brandt, Olga Beszmertna, Dirk Kaftan, Beethoven OrchesterBonn, Musikproduktion Dabringhaus und Grimm, 1 SACD Hybrid, MDG9372111, 17,99 €

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(c) Magazin Frankfurt, 2020