Tizian und die Renaissance in Venedig im Städel

Tizain, Bildnis des Dogen Franceco Venier

(c) Städel

Ein hochkarätiges Panorama der venezianischen Renaissancemalerei präsentiert derzeit das Städel. Die Künstler der Lagunenstadt entwickelten eine eigenständige Spielart der Renaissance, die auf die Wirkung von Licht und Farbe setzt. Allein von Tizian versammelt die Ausstellung mit mehr als 20 Arbeiten die umfangreichste Werkauswahl, die in Deutschland je zu sehen war.

Bartolomeo Veneto, Idealbildnis als Flora

püßäö#ÜÄIn der groß angelegten Sonderausstellung „Tizian und die Renaissance in Venedig“ sind noch bis zum 26. Mai 2019 über 100 Meisterwerken zu sehen, die eines der folgenreichsten Kapitel der europäischen Kunstgeschichte widerspiegeln: der venezianischen Malerei der Renaissance. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickeln die Künstler der Lagunenstadt eine eigenständige Spielart der Renaissance, die auf rein malerische Mittel und die Wirkung von Licht und Farbe setzt. Einer der wichtigsten Vertreter ist der um 1490 herum geborene Tizian , der zeit seines Lebens die zentrale Figur in der venezianischen Kunstszene bleibt. Mit über 20 seiner Werke versammelt die Frankfurter Schau die umfangreichste Auswahl, die in Deutschland je gezeigt wurde. Darüber hinaus sind unter anderem Gemälde und Zeichnungen des zwei Generationen älteren Giovanni Bellini (1435–1516) und seiner Zeitgenossen Jacopo Palma il Vecchio, Sebastiano del Piombo und Lorenzo Lotto sowie der eine Generation jüngeren Jacopo Tintoretto, Jacopo Bassano und Paolo Veronese (1528–1588) zu sehen.

Die Ausstellung bietet einen umfassenden Einblick in die künstlerische und thematische Bandbreite der Renaissance in Venedig und macht anschaulich, warum sich Künstlerinnen und Künstler der nachfolgenden Jahrhunderte immer wieder auf die Werke dieser Zeit beziehen. In einer Folge von acht thematischen Kapiteln werden ausgewählte Aspekte vorgestellt, die für die venezianische Malerei des 16. Jahrhunderts charakteristisch sind. Dazu gehören etwa atmosphärisch aufgeladene Landschaftsdarstellungen, Idealbilder schöner Frauen (die sogenannten „Belle Donne“) oder die Bedeutung der Farbe für die Kunst der Venezianer. Die thematisch angelegten Sektionen ergeben ein systematisches Panorama des umfangreichen Materials. Neben dem venezianischen Bestand der Städelschen Sammlung, zu dem etwa Tizians „Bildnis eines jungen Mannes“ (um 1510) gehört, werden hochkarätige Leihgaben aus mehr als 60 deutschen und internationalen Museen gezeigt.

(c) Magazin Frankfurt, 2019