Norwegen beim Usedomer Musikfestival im Herbst

Ostseeküste auf Usedom

(c) Michael Ritter

Gehört Norwegen zur Ostsee? Selbst wenn man das Kattegat hinzurechnet, was übersetzt so viel wie Katzenloch bedeutet, reicht es nicht ganz, aber ganz ohne Zweifel ist das Land mit der Kultur des Ostseeraums sehr eng verbunden. Grund genug, in der 27. Saison des Usedomer Musikfestivals vom 19. September bis zum 10. Oktober 2020 herausragende Solisten und Ensembles, Mythen und Märchen aus dem Norden Europas an die schönsten Konzertorte Usedoms einzuladen.

"Das aus dem Indogermanischen stammende Wort "Norden" heißt übersetzt "links neben dem Sonnenaufgang" und wer fühlt sich da nicht sofort an Edvard Griegs strahlende "Morgenstimmung" aus seiner Suite Peer Gynt erinnert. Dass Norwegens Musik noch mehr zu bieten hat, wollen wir beim Usedomer Musikfestival 2020 vor Ohren führen" , freut sich Intendant Thomas Hummel auf die bevorstehende Saison.

Die auf die Ostseeinsel kommenden Stars können sich sehen lassen. Zur Eröffnung am 19. September kommt der großartige Jan Garbarek und lässt in der UBB Lokhalle im Seebad Ahlbeck den warmen Klang seines Saxofons erklingen. Begleitet wird er dabei vom indischen Schlagzeuger Trilok Gurtu, dem deutschen Pianisten Rainer Brüninghaus und dem brasilianischen Bassisten Yuri Daniel. Mit eigentümlich bodenständigem Klang kommt dann am 2. Oktober der weltweit gefeierte Norwegische Solistenchor, die norwegischen Pianisten Christian Ihle Hadland und Havard Gimse oder das innovative norwegische Kammerorchester 1B1 unter Leitung des Baltic Sea Philharmonic- Coaches Jan Bjoranger zum Tag der Deutschen Einheit präsentieren die ganze Vielfalt der Musik Norwegens, in stimmungsvollen Kirchen, kaiserzeitlichen Hotelsälen oder malerischen Ateliers.

Herausragende Höhepunkte sind die Peenemünder Konzerte, die schon am 12. September mit einem Sonderkonzert anläßlich von 30 Jahren Deutscher Wiedervereinigung mit dem Baltic Sea Philharmonic unter Kristjan Jaervi beginnen. Der Jubilar Ludwig van Beethoven lässt die Besucher zusammen mit Edvard Grieg und dem Russen Peter Tschaikowsky schon eine Woche vor Festivalbeginn tanzen. Das Abschlusskonzert mit der NDR Radiophilharmonie unter Robert Trevino präsentiert im Kraftwerk Peenemünde unter anderem die "Ballade des Aufruhrs" des norwegischen Komponisten Harald Saeverud, die als der symbolische "erste Schuss" des norwegischen Widerstands gegen die deutschen Besatzer gilt. Das Konzert feiert auch den Ausklang der Saison im Musikland MV 2020 und 30 Jahre Mecklenburg-Vorpommern. Begleitet wird das Orchester vom international gefragten amerikanisch-jüdischen Violinisten Gil Shaham. In die Welt der Märchen und Mythen des Nordens entführt Ulrich Noethen, gemeinsam mit dem Pianoduo Grau und Schumacher. Weitere Konzerte mit dem Kammerorchester "Poland baROCK" und Krzysztof Meisinger im polnischen Swinoujscie, erfüllen zum 27. Usedomer Musikfestival die Insel Usedom genauso mit dem Zauber des Nordens wie der litauische Cellist David Geringas, mit der Violinistin Ingrida Rupaite und dem norwegischen Bajanvirtuosen Geir Draugsvoll auf Schloss Stolpe.

Informationen und Karten unter www.usedomer-musikfestival.de an allen Touristinformationen der Insel Usedom oder telefonisch unter 038378-34647.

(c) Michael Ritter

(c) Magazin Frankfurt, 2020