Verdi, Ernani, Monte Carlo

Verdi, Ernani, Monte Carlo

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Giuseppe Verdis Oper Ernani, die er 1844 schuf, ist eine lebendige Adaption einer der extravagantesten und für Furore sorgenden Dramen des französischen Dichters Victor Hugo. Sowohl der Komponist als auch sein Librettist Francesco Maria Piave kombinierten Hugos Wortgewandtheit mit dem passenden musikalischen Temperament. Ein perfektes Beispiel für eine Große Oper mit Chor, in der Verdi insbesondere im grandiosen 3. Akt zum ersten Mal präzise Konturen für seine eigens erfundene Stimmlage festlegt – den sogenannten Verdi-Bariton. Des Weiteren beginnt Verdi in Ernani wie noch nie zuvor, den Fokus auf die tiefere Psyche seiner Charaktere zu legen, ein Grundsatz, den er sich bei der Komposition seiner folgenden Opern beibehält.

Schon wenn man nur kurz hereinhört, ist der Komponist leicht zu erkennen, so typisch ist die Musik für Verdi. Zwar ist es eines seiner frühen Weke und wird nicht so häufig gespielt. Verwunderlich, denn schon hier liefert Verdi die üblichen großen Rollen und bietet auch für den Chor schöne Partien. Die Aufführung aus dem Jahr 2014 stammt aus der prachtvollen Opern in Monte Carlo und wird am Pult geleitet vom auch in Deutschland tätigen Italiener Daniele Callegari.

Die Inszenierung stammt vom aus Monaco stammenden Hausherrn Jean-Louis Grinda, der zuvor der Opéra Royal de Wallonie vorstand. Er lockte Opernfreunde nach Monte Carlo, als er 2017 einen „Tannhäuser“ in französischer Sprache mit José Cura in der Titelpartie herausbrachte. Der „Ernani“ enstand als Co-Produktion mit seiner vorherigen Wirkungsstätte in Liège.

In der Titelrolle ist der exzellente Ramón Vargas zu hören, der in Monte Carlo schon den Gabriele Adorno in „Simon Boccanegra“ zu sehen war. Den Don Carlo singt Ludovic Tézier, der Franzose ist auch als Verdi-Bariton weltweit gefragt. Mit seinem samtigen Timbre und den fließenden Kantilenen überzeugt er. Der russische Baß Alexander Vinogradov ist als guter Don Ruy Gomez de Silva zu hören. Sicherlich ist der neue Ernani eine gute Ergänzung zu alten Einspielung aus dem 1980er Jahren mit Pavarotti aus der Met und mit Domingo aus der Scala.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018