Sonnenalp - Auf Genießertour in die Hörnerdörfer

Wandern an der Hörnergruppe

(c) Sonnenalp

Narziss Wenz und seine Kutsche

(c) Michael Ritter

Sanft steigt der Hügel vom Tal der Iller zu den Hörnerdörfer an. Im Tal verläuft die Bundesstraße von Kempten hinunter nach Oberstdorf im südlichsten Zipfel Deutschlands. Kleine Wäldchen, Gehöfte, Weiden und uralte Hochmoore wechseln einander ab mit Einblicken in den schön angelegten Golfplatz. Gemächlich kutschiert uns Narziß Wenz mit zwei PS, der Stute Mona und ihrer Tochter Monique, durch die sonnenbeschienene Landschaft. Hinter den Dörfern steigt die Hörnergruppe aus dem knapp 800 Meter hoch liegenden Flusstal empor. Die beiden Pferde kennen ihren Weg, denn Narziss fährt regelmäßig Gäste der Hotels durch die traumhafte Landschaft seiner Heimat, erklärt die Pflanzen, Tiere und Berge und ist sichtlich zufrieden mit der Begeisterung, die er damit auslöst. Es ist die stärker hügelig geprägte Talseite. Gegenüber auf der Ostseite geht es noch höher hinauf, dort bilden die Allgäuer Hochalpen die Grenze zum benachbarten Österreich.

Nicht nur mit der Pferdekutsche im Tal kann man die Region erkunden. Auch die Hörnergruppe selbst ist als Teil des Naturparks Nagelfluhkette touristisch bestens erschlossen. Von Frühjahr bis Herbst ist der gut angelegte und beschilderte „Panoramaweg“ als kleine und große Tour zwischen den Hörnern bei Wanderern auf der Tour von Bergstation zu Bergstation sehr beliebt und im Winter kann man dort oben erstklassig Ski und Snowboard fahren. Weltcup-Express nennt sich die Bergbahn, die Aktivurlauber in nur wenigen Minuten hinauf aufs Ofterschwanger Horn mit 1.400 Metern bringt. Den klangvollen Namen trägt die Bahn völlig zu Recht, denn die führt entlang der steilen Piste, auf der regelmäßig Weltcuprennen mit bis zu 15.000 Zuschauern statt. Die nächsten sind der Riesenslalom und Slalom der Damen vom 9. bis 10. März 2018.

Weltcup-Hütte

(c) Sonnenalp

Berghütte mit Aussicht und exzellenter Küche

Blick auf die Hörnergruppe

(c) Michael Ritter

Wo könnte man das besser beobachten als von der Weltcup-Hütte direkt am Startplatz. Die von der Sonne verwöhnte Südterrasse des rustikalen Bergrestaurants im alpenländischen Stil lädt mit seinem fantastischen Rundumblick zum Genießen ein – nicht nur zu den Rennen, den ansonsten ist Ofterschwang genau der richtige Ort für Winterfans, die Ruhe und Erholung suchen.

Abseits vom Trubel laden komplett beschneite und schneesichere Skipisten, Loipen und Winterwanderwege dazu ein, die Natur auf einem durchgängigen Wegenetz zu erkunden. Doch auch vom Frühjahr bis Herbst bietet das weit verzweigte Streckennetz eine große Auswahl an Möglichkeiten vom gemütlichen Spaziergang für alle Altersklassen bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren.


Sonnenalp

(c) Sonnenalp

Wohlfühlresort Sonnenalp

Sonnenalp

(c) Michael Ritter

Zur komfortablen Einkehr bietet sich dabei der Hausherr der Weltcup-Hütte an: die Sonnenalp. Schon als ich das Hotel vor 15 Jahren zum ersten Mal besuchte, begeisterte mich sofort der herzliche Service des großen Hotelteams, der dem Gast jeden Wunsch von den Augen ablas.

Mit Dr. Anna-Maria Fäßler und ihrem Mann Michael ist dort die vierte Gastgeber-Generation tätig, die das einstige bescheidene Allgäuer Bauernhaus in ein außergewöhnliches Ferienparadies mit Hang zur Perfektion verwandelten, das Gäste mit einer gekonnten Mischung aus Luxus, Erlebnisvielfalt und familiärem Charme willkommen heißt und zu den beliebtesten und erfolgreichsten Ferienresorts Europas zählt.

Gleich bei der Ankunft gibt man seinen Autoschlüssel beim Portier ab und während man selbst bei einem Glas Champagner oder Orangensaft entspannt, werden die Formalitäten erledigt, das Gepäck aufs Zimmer und das Auto ins Parkhaus gebracht. 2019 kann das Hotel auf eine 100jährige Geschichte zurückblicken.

Indoor Pool

(c) Sonnenalp

WellVital in der Wellness-Oase

Mein erster Besuch galt damals dem neuen bayrischen WellVital®-Programm, das die Sonnenalp als einer der Pioniere mit ins Leben gerufen hatte. Schon damals konnte sich der Gast bei einer Auszeit nach Herzenslust verwöhnen lassen, Körper, Geist und Seele entspannen und neue Lebensfreude tanken und erfüllte mühelos die hohen Qualitätskriterien. Schon Michael Fäßlers Großeltern Resi und Ludwig, die 1932 die Leitung des Hauses übernahmen, boten ihren Gästen Moorbäder, Kneipp- und Bäderkuren und legten 1956 mit dem ersten deutschen Hotelschwimmbad den Grundstein für den Allgäuer Gesundheitstourismus.

Inzwischen ist die Wellness-Oase auf 10.000 Quadratmeter mit 50 Mitarbeitern gewachsen und bietet den Gästen mit verschiedenen Saunen, Fitnesscenter, mehreren Behandlungsräumen, Arztpraxen, Felsen- und Whirlpools sowie einem 30 Grad warmen Innenpool mit Sprudelliegen, Wasserfall und Massagedüsen genug Platz zum Entspannen, während das Spa-Restaurant Seepferdl mit leichter Küche und Kuchen aus der hauseigenen Konditorei für das leibliche Wohl sorgt. Zwei weitläufige Außenpools und große Liegeflächen sorgen für Erfrischung unter freiem Himmel. Das 34 Meter lange Olympiabecken bietet von Frühjahr bis Herbst selbst für Profis optimale Bedingungen.

Dabei ist das Spa-Konzept abgestimmt auf Nachhaltigkeit und Regionalität, die sich auch bei der Wahl der verwendeten natürlichen Materialien wie Stein und warme Hölzer niederschlägt.

Bei der Verleihung der begehrten „Wellness Aphrodite“, einer Art Oscar® der Wellnessbranche, ist die Sonnenalp schon seit Jahren immer wieder unter den Nominierten und Preisträgern dabei und bietet ein breites Angebot an medizinischen Therapien, gesunder Ernährung und alternativen Heilmethoden, bei dem sich ein Ärzteteam aus Orthopädie, Allgemeinmedizin und Dermatologie mit erfahrenen Physiotherapeuten und Osteopathen um individuelle Vorsorge und Regenerierung der Gäste kümmern. Als erstes deutsches Hotel arbeitet die Sonnenalp mit dem sogenannten Balance-Floater, einer wasserbettartigen Therapieliege, auf der der Körper in wellenartigen Schaukeln mobilisiert und massiert wird.

Auch Freunde der asiatischen Behandlungen kommen mit Shiatsu, Thai-Massagen und Ayurveda voll auf ihre Kosten und die nichtinvasiven Anti-Aging-Behandlungen oder das neue Intensivpeeling auf Säurebasis zeigen schnelle Erfolge.

Seine Familienfreundlichkeit zeigt das Hotel unter anderem durch die neue Kinderwasserwelt auf drei Ebenen, die Badespaß für die ganze Familie verspricht. Mit einem großen 9 x 18 Meter großen Kinderpool mit Wasserrutsche und Holzsteg, einer Galerie mit Liegewiese und transparenter Brüstung mit Blick auf den Pool, Family-Whirlpool und Babyecke bietet er Kindern und Jugendlichen aller Altersklassen Badespaß pur.

Fäßlers Grillstube

(c) Sonnenalp

Vielfältige kulinarische Köstlichkeiten

Fäßlers Grillstube

(c) Michael Ritter

Feinschmecker sind in dem 5-Sterne-Resort gut aufgehoben, denn der Gast hat im Rahmen seiner Deluxe-Halbpension allabendlich die Wahl zwischen einem Sechs-Gänge-Menü in einer der acht unterschiedlich gestalteten Restaurantstuben oder einer à la carte Auswahl in der offenen Fäßlers Grillstube. Wer dort nicht fündig wird, kann immer noch aus dem bunten Angebot der neugestalteten Buffetwelt wählen, die auch das Frühstücksangebot am Morgen bereithält.

Besonders gut gefiel uns Fäßlers Grillstube, die 2015 unter dem Motto „Allgäu meets Colorado“ eingerichtet wurde. Dabei konnten Anna-Maria Fäßler und ihr Mann auf die Kenntnisse der Köche von Michaels Bruder Johannes zurückgreifen. Den hatten die Eltern Gretl und Karlheinz 1976, als absehbar war, dass beide Söhne Interesse am Hotelfach hatten, auf die Suche nach einem Standort für eine zweite Sonnenalp geschickt. Im Wintersportort Vail in den Rocky Mountains Colorados wurde er fündig und eröffnete 1979 für die Familie die Sonnenalp Vail, die mit ihren 127 Luxussuiten und Zimmern gekonnt Alpinabenteuer mit europäischer Eleganz verbindet.

In Ofterschwang hatte man für die Grillstube nicht nur amerikanisches Beef, sondern auch eine amerikanische Köchin importiert. Wer mag kann direkt an der offenen Küche Platz nehmen und zusehen, wie das Rib Eye Steak vor sich hin brutzelt. Besonders bei Eltern von Kleinkindern ist das Restaurant wegen der Flexibilität sein Essen selbst zusammenstellen zu können, sehr beliebt. Besonders zur Hauptessenszeit sollte man möglichst rechtzeitig reservieren, denn die Grillstube ist gut gebucht. Der Stil dort ist locker und etwas legerer als in den Stuben, ganz nach amerikanischer Lebensart. So brutzeln auf dem Grill in der Showküche neben Honey Beef Ribs auch die Allgäuer Hochrippe und kreative Gerichte aus saisonalem Gemüse oder ausgewählte Fisch-Spezialitäten. Bei der Auswahl der Speisen legen die Köche größten Wert auf Qualität - alle Produkte sind handverlesen: die original amerikanischen Zutaten genauso wie feinste Allgäuer Produkte, vom Weidekalb über edlen Alpkäse. Und das Schöne: Gäste genießen das Abendmenü hier im Rahmen ihrer Deluxe-Halbpension.

Gourmetrestaurant Silberdistel

(c) Sonnenalp

Gourmeterlebnis Silberdistel

Silberdistel-Menü

(c) Michael Ritter

Hoch hinaus geht es kulinarisch gleich beim Eingang zu den Restaurants. Dort startet der Aufzug hinauf zur Silberdistel. Schon seit vielen Jahren ist das kleine Gourmetrestaurant mit seinen 45 Plätzen für seine Küche berühmt, doch erst 2010, nachdem man es auch für externe Gäste öffnete, konnten es die Tester des Guide Michelin auch mit einem der begehrten Sterne auszeichnen. Den haben die Küchenchefs Kai Scheller und sein Team seitdem auch nicht mehr abgegeben und setzt mit seiner Küche bei traumhafter Aussicht auf die Allgäuer Bergwelt aus dem Turm kulinarisch deutliche Akzente.

Man merkt dem Alpine Cuisine Menü den Bezug zur alpinen Großlandschaft deutlich an, wobei der Vegetarier oder Veganer eher im à la carte-Menü fündig wird. „Jungholzer Ochs von der Nase bis zum Schweif“ findet sich dort, „Kärntner Nudel mit Nagelfluh-Saibling“ oder mit Alblinsen und Gugelhupf servierte „Bayrische Garnele“. Immer wieder setzen regionale Wildgerichte wie „Montafoner Gams hoch zwei“ einen Schwerpunkt.

Auch über die Produzenten, wie den Kemptener Käseaffineur Thomas Breckle findet der Gast auf der Speisekarte Informationen. Mancher Gast braucht gar nicht erst die Speisekarte auszuschlagen, um sein Lieblingsgericht zu finden. Der ganze kanadische Hummer im Alpenkräutersud ist so ein Evergreen und wird von Brian McLaren, den gebürtigen Schotten, der schon seit über 30 Jahren den Service in der Silberdistel leitet, gekonnt am Tisch zerlegt und mit köstlichen Dips serviert.

Der drohende Brexit ist auch an dem sympathischen Restaurantleiter nicht vorbeigegangen, der vor 32 Jahren die Sonnenalp in Colorado kennenlernte und sofort vom heutigen Seniorchef ins Allgäu geholt wurde, wo er auch Herr der mehr 450 Weine auf der umfangreichen Weinkarte ist. Erst mit dem EU-Aus seiner Heimat vor Augen wechselte der mit einer Deutschen verheiratete McLaren seinen Pass. Durch seine engagierte, zuvorkommende und offene Art ist er für die zahlreichen Stammgäste ein kenntnisreicher Ansprechpartner bei der Weinauswahl.

Weinkeller

(c) Sonnenalp

Fäßler & Salomon - Private Selection

(c) Sonnenalp

Exklusiv: Fäßler & Salomon - Private Selection

Dr. Anna-Maria Fäßler und Ehemann Michael

(c) Michael Ritter

Nicht nur im Gourmetrestaurant Silberdistel stehen dabei für den Weinfreund auch exklusive Abfüllungen für die Sonnenalp zur Auswahl. „In Wein steckt Leidenschaft und Herzblut“ weiß Hotelchef Michael Fäßler und hat mit seiner Frau Anna-Maria die richtige Partnerin, die sich als niederösterreichische Winzertochter gut mit Wein auskennt und ihre Dissertation zum Thema Weintourismus verfasst hat. Mit einem langjährigen Bekannten, dem Topwinzer Bertold Salomon, der in seinen Wachauer Toplagen in Krems und Stein Weißweine und in seinem Weingut in Australien Rotweine produziert, legte sie 2015 die Fäßler & Salomon - Private Selection by Anna-Maria Fäßler auf. „Ein Stück Heimat“ freut sie sich über die gelungene Kooperation.

Salomon kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Schon vor mehr als 220 Jahren erwarb die Familie die einst klösterlichen Weingärten. Die Mönche des Undhofs hatten diese aus den besten Lagen ausgewählt. Die bekannten Weine wachsen hauptsächlich auf Urgestein wie Gneis, Granit und Schiefer oder den Löss-Terrassen. Berts Vater Fritz Salomon gehörte 1930 zu den Pionieren die eigenen Wein abfüllten. Mit kontrollierter integrierter Produktion setzt man auf Nachhaltigkeit und pflegt die Weinberge von Hand und setzt im Keller auf schonende Schwerkraft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Einige der besten Weine Österreichs punkten mit feinem mineralischen Schmelz, viel Körper und frischer Frucht. Mehr als die Hälfte der 30 Hektar Reben sind mit Riesling bepflanzt, der Rest mit Grünem Veltliner und etwas Gelben Traminer. Das US-Magazin Wine & Spirits kürte Salomon Undhof vor ein paar Jahren als eines der weltbesten 100 Weingüter. Schon die erste Abfüllung von 500 Flaschen fruchtiger Grüner Veltliner und 250 Flaschen elegantem Winzersekt „Secco Rosé“ kam bei den Gästen gut an, weshalb man die Weinlinie ausbaute und jetzt neben Wachauer Riesling auch Salomons gehaltvollen südaustralischen Rotwein Aestatis vom aus Grenache, Shiraz und Mourvèdre in die Weinkarte aufgenommen hat.

Dabei wollte die umtriebige Gastgeberin nicht nur ihren Namen auf dem Etikett sehen, sondern zusammen mit dem Winzer auch die Lagen auswählen und der Weinlinie ihre persönliche Note verleihen. Das ist ihr gelungen, denn der süß-würzige Grenache ist typisch für die heiße Klimazone und wird gekonnt ergänzt durch den schwarzen Pfeffer des kräftigen Shiraz und den dunkel-herben Mourvèdre, wie die Nachfrage der Sonnenalp-Gäste zeigt. Um deren Weinlust zu befriedigen, haben Anna-Maria Fäßler und Brian McLaren ganz frisch und spontan auch ein Cabernet Sauvignon in die Kollektion aufgenommen, der mit seinen feinen Cassisnoten, der konzentrierten dunklen Frucht und dem langen nuancierten Abgang perfekt zu den Wildgerichten passt, die in der Silberdistel serviert werden.

Auch die großzügige Weinbar mit ihrer fast neun Meter langen Theke ist ein beliebter Anlaufpunkt für Weinliebhaber, denn direkt daran grenzt der gut bestückte Weinkeller. Brian McLaren führt dort hin und wieder die Gäste bei Verkostungen durch die hauseigene Weinlinie und mancher Gast nutzt gerne das Angebot sich von ihm und seinen Team bei der Suche nach echten Raritäten beraten zu lassen. Manch einer nimmt dann auch gerne die eine oder andere Flasche aus Anna-Maria Fäßlers Private Selection mit nach Hause, um sich bei einem guten Glas Wein auf die Rückkehr in das Allgäu-Paradies zu freuen.

Fäßlers Grillstube
Fäßlers Grillstube
Juniorsuite
Juniorsuite
Weinexperte Brian MacLaren
Weinexperte Brian MacLaren
Die Küche von Fäßlers Grillstube
Die Küche von Fäßlers Grillstube

(c) Magazin Frankfurt, 2018