Absolut trendig - Frescobaldis Rosé Alìe

Frescobaldis Weingut Ammiraglia

(c) Michael Ritter

Die Lust auf Rosé

Gerade im Sommer sind leichte Weine beliebt, gerne auch ein fruchtiger Rosé oder etwas Prickelndes. Vor allem Rosé hat sich inzwischen als einer der beliebtesten Weine im Sommer etabliert. Bei uns in Deutschland hat sich sein Marktanteil in den vergangenen Jahren vervierfacht. Trotzdem - manche stehen ihnen noch immer skeptisch gegenüber und erinnern sich an die Zeit als Rosé erst ignoriert, dann als „zu süß“ oder „Frauenwein“ verlacht wurde. Nicht immer zu Unrecht, denn viel zu oft wurde ein billiger, schlecht gemachter und oberflächlicher Sommerfusel vermarktet. Manchen Winzer ärgerten die Pauschalurteile, die alle Rosés über einen Kamm scherten, denn auch bei Winzern steigt mit der Temperatur die Lust am Konsum von Rosé.

In den Metropolen und an den Trend-Sommerzielen steht Rosé im Trend und wird gerne auch aus der großen Magnum serviert. Schön kühl soll er sein, wie ein leichter Weißwein oder ein Glas Champagner. Vor Jahren noch düpierte der Topgastronom Gerd Käfer den Sommelier im feinen Steigenberger Frankfurter Hof, als er sich beim heißen Sommerfest die mit Eiswürfel gefüllten Gläser mit Champagner auffüllen ließ. Heute ist es allgemein erlaubt. „Chacun à son goût!“ – jeder nach seinem Geschmack. Natürlich kann man auch einen stillen Rosé on the rocks genießen.

Alìe und im Hintergrund - das Meer

(c) Michael Ritter

Passende Speisebegleitung zum Rosé

Die von uns bevorzugten leichten, trockenen Rosés passen vorzüglich zu Wurst, Crostini, Nudeln mit Pesto, gemischten Antipasti und gegrillten Fisch und Meeresfrüchten, aber auch zu Huhn, Pastete und frischen Brot. Ein ideales Apéritif, wenn er im Sommer mit kühlen 6 und 9 Grad kredenzt wird. Von den Aromen bietet Rosé ein recht breites Spektrum, da man aus diversen roten Traubensorten ordentliche Rosés gewinnen kann. Rosen, Waldbeeren, Erd- und Himbeeren sind wohl die dominanten Noten, aber auch exotische Früchte wie Litschi und Maracuja findet man oft.

Problematischer sind manchmal die halbtrockenen oder fruchtigen Rosés, die beim Genuss (?) klebrige Finger hinterlassen. Nichts gegen einen vernünftigen Demi Sec aus der Champagne, aber meist täuschen hier Zucker und Kohlensäure über mangelnden Charakter hinweg.

Mit einem leichten, mineralischen und eleganten Rosé, der seine Rebsortentypizität gekonnt präsentiert, ist man dagegen auf der sicheren Seite. Ob als Solist oder zum Essen – er muss Spaß machen und keine bösen Überraschungen bereithalten.

Manche Weingüter produzieren schon seit einiger Zeit Jet Set-Versionen in rosé, wie Marc Perrin, der in dem provenzalischen Weingut "Château Miraval" zusammen mit den Akteuren Angelina Jolie und Brad Pitt einen ausgesprochen herzeigbaren Rosé im mittleren Preissegment produziert, der auch bei Kritikern gute Noten erhält. Inwieweit dieser Erfolg nach der Scheidung und dem geplanten Verkauf des Weinguts anhält, bleibt abzuwarten.

Eiskalt gekühlt ein Genuss

(c) Michael Ritter

Was ist Rosé?

Doch was ist Rosé eigentlich? Der Wein wird sowohl mit Rotwein- wie Weißweintrauben gekeltert. Meist sind es hellfarbige Weine, die wie Weißwein hergestellt werden. Dabei dürfen die Beeren gar nicht oder nur kurze Zeit auf der Maische liegen, da die Intensität des Kontakts mit der Beerenhaut die Farbe bestimmt. Das Spektrum reicht vom hellen hellrosa (Lachston) bis hin zum kräftigen hellrot (Kirsche). Außerhalb der EU ist oft auch die Mischung von Weiß- und Rotwein erlaubt.

Nicht überall bekommt man Rosé von vernünftiger Qualität, da beim Discounter oder im Supermarkt oft billige, lieblos produzierte Massenweine in den Regalen stehen. Dabei wird Rosé in vielen Anbaugebieten in guter Qualität kultiviert.

Das provenzalische Tavel am Unterlauf der Rhone ist beispielsweise ein Gebiet dessen trockenen, fruchtig-frischen meist auf Grenache, Syrah, Cinsault und Mourvèdre basierenden Weine mit einer ausgezeichneten Süffigkeit daherkommen. Der größte Teil davon bleibt zwar im Lande, doch ist Tavel Rosé auch in Deutschland sehr beliebt. Der schon mit Miraval erwähnte Marc Perrin produziert hier einen wundervollen Rosé, der auch noch ein gutes Alterungspotenzial mitbringt und bei dem Grenache der Körper, Syrah der Muskel und der Mourvedre als Schwergewicht, das Rückgrat ausmachen.

Ammiraglias Winemaker

(c) Michael Ritter

Lernen von Südfrankreich Frescobaldis Al e

Andere Weinbauregionen haben davon gelernt und orientieren sich durchaus an die Südfranzosen. Einer der gelungensten davon, der auch noch zu einem Preis wie der schon erwähnte Miraval-Rose angeboten wird, ist der Alìe Rosé von Frescobaldi. Auf der Basis von Syrah gelang dem bekannten Produzenten aus der Toskana ein trockener, fruchtiger Wein mit bemerkenswerter Eleganz und geringem Alkohol. Benannt nach der Meerjungfrau ist der Lifestyle-Rosé für Frescobaldi ein Symbol für Eleganz und Schönheit. Mit trendiger Ausstattung dürfte er der Gruppe der Premium-Rosés ein Highlight hinzufügen.

Der Wein stammt von der Tenuta Ammiraglia, einem der neueren Weingüter im Frescobaldi-Imperium im Herzen der Maremma bei Scansano, von dessen hügeligen Weinbergen man einen weiten Blick über die nahe Küste mit der Halbinsel Monte Argentario und die vorgelagerte Insel Giglio hat. Dabei kamen dem Großwinzer seine Freundschaften mit befreundeten Kollegen aus Südfrankreich zu Gute, die den Syrah schon seit alten Zeiten gemeinsam mit einem Hauch von weißen Viognier vinifizierten.

„Warum nimmst Du nicht Vermentino, der bei Euch an der Küste wächst?“ hatte man ihm vorgeschlagen. Gesagt – getan: mit deutlicher Syrah-Gewichtung ist er durch den Vermentino frisch wie eine leichte Meeresbrise.

Doch es ist nicht nur Syrah, den Frescobaldi in dem Weingut Ammiraglia im Süden der Maremma, unweit des Weinörtchens Scansano produziert, auch der Rotwein Terre More aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah überzeugte mit seiner schönen Nase von Cassis, Kirsche, Brombeere und Vanille und einem Hauch von Lorbeer, Pfeffer und Veilchen, der saftig, samtig, würzig ein sehr vielschichtiges Profil zeigt. Eigentlich war dies der Plan für die zukünftigen Weine des Weinguts, doch dann schaltete Lamberto Frescobaldi um und produzierte als neuen Vorzeigewein den trendigen Rosé Alìe, der seinem Namen vollauf gerecht wird. „Meerjungfrau“, ein Symbol für Eleganz und Schönheit mit Syrah und etwas Vermentino. Mit dem trendigen Wein könnte er dem durch die Brangelina-Trennung nicht unbelasteten Miraval durchaus Konkurrenz machen.

Frescobaldis Weinberge

(c) Michael Ritter

(c) Magazin Frankfurt, 2018