Kino-Archiv

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Sonntag, 21. Februar 2016 - 10:53 Uhr
Der Kuaför aus der Keupstraße

Im Zentrum der Dokumentation steht der Nagelbomenanschlag der rechtsextreme Terrorgruppe NSU aus dem Jahr 2004, bei dem in der Kölner Keupstrasse, die als Zentrum türkischen Geschäftslebens gilt, mehrere Menschen schwer verletzt wurden und ein Friseursalon komplett verwüstet wurde. Regisseur Andreas Maus beleuchtet in seinem Film die Hintergründe und Auswirkungen und zeigt, wie die türkischstämmige Bevölkerung der Stadt auch Jahre danach noch unter den Folgen leidet. Unter Rückgriff auf die Polizei-Verhörprotokolle zeigt Maus, dass die Opfer für die Ermittler lange Zeit selbst verdächtigt wurden, bevor Fremdenfeindlichkeit als Motiv in Erwägung gezogen wurde.

Sonntag, 21. Februar 2016 - 10:13 Uhr
Mustang

Als im Frühsommer Lale (Güneş Nezihe Şensoy) und ihre vier Schwestern Nur (Doğa Zeynep Doğuşlu), Ece (Elit İşcan), Selma (Tuğba Sunguroğlu) und Sonay (İlayda Akdoğan) auf dem Weg von der Schule nach Hause zu ihrem kleinen türkischen Dorf einen kurzen Abstecher zum Meer machen und dort mit ein paar Jungs spielen denken sie sich nichts Schlimmes dabei. Doch das harmlose Herumalbern löst einen folgenreichen Skandal aus und die fünf Mädchen leben fortan bei ihrem strengen Onkel Erol (Ayberk Pekcan) wie im Gefängnis. Sie wachsen bei Erol nach dem Tod ihrer Eltern auf. Statt Schule steht jetzt stundenlange Hausarbeit und Kochen auf ihrem Tagesplan und auch die ersten Ehen werden schon arrangiert. Doch die freiheitsliebenden Geschwister versuchen mit ihrem Drang nach Selbstbestimmung alles, um den aufgezwungenen Restriktionen zu trotzen.

Gut gemachtes „Arthouse“-Kino. Zwar störte schon bei einigen anderen Filmen aus der Türkei wie "Der Imker", dass sie primär darauf angelegt sind, Vorurteile zu bestätigen und ländliche Regionen mit meist archaischen Lebensformen vorzuführen. Der Widerstreit tradierter und moderner Gesellschaftsformen. Davon ist auch die türkisch-französisch-deutsche Co-Produktion der Regiedebütantin Deniz Gamze Ergüven nicht frei. Bei der EU hat der Film den Lux-Filmpreis gewonnen und Frankreich schickt ihn jetzt ins Rennen um den Oscar für den Besten nicht-englischsprachigen Film, für den er nominiert wurde. Gefallen hat uns an dem Film Ergüvens gelungenen Inszenierung, wo flirrende Bildern den Geist der Freiheit und die Lebenslust der Schwestern greifbar machen.

Sonntag, 21. Februar 2016 - 10:12 Uhr
Spotlight

Kindermissbrauch ist ein virulentes Thema, dass seit dem Jahr 2010 durch scheibchenweise aufgedeckte Missbrauchsfälle zum Beispiel an der renommierten Odenwaldschule, am Klosterinternat Ettal oder bei den Regensburger Domspatzen auch n Deutschland endlich ans Licht der Öffentlichkeit gelangt. Der auf wahren Begebenheiten basierende Film schildert einen Fall aus den USA. Dort bereitet eine Journalistin des Boston Globes im Jahr 2001 einen Artikel über einen örtlichen Missbrauchsfall in den Reihen der katholischen Kirche auf und weckte damit das Interesse des neuen Chefredakteurs Marty Baron (Liev Schreiber). Baron ahnt, dass hinter der Story mehr steckt und setzt das investigativ arbeitende Spotlight-Team darauf an. Die Recherche fördert Schreckliches zutage. Spotlight-Chef Walter „Robby“ Robinson (Michael Keaton) und seine Mitarbeiter Michael Rezendes (Mark Ruffalo), Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams) und Matt Carroll (Brian D’Arcy James) müssen feststellen, dass es keineswegs ein "Einzelfall" ist, mit dem die Kirchenführung abwiegeln will, sondern weit mehr Priester in den Missbrauch von Kindern verwickelt sind als anfangs angenommen. Doch die akribischen Ermittlungen der Medien werden durch das Schweigen der verängstigten Opfer und gut bezahlte Anwälte der Täter zunehmend erschwert.

Tom McCarthys Journalisten-Drama erinnert oft an Pakulas Film von der Aufklärung der Watergate-Affäre, denn dort wie hier geht es um die Wichtigkeit der unabhängigen Presse für eine funktionierende Demokratie. Der Film blickt in seiner Anfangssequenz auf den Kindsmissbrauch durch einen Priester in den 70er Jahren, den dieser vertuscht und keiner gesehen haben will. Erst eine Generation später bringen Journalisten des Boston Globe die andauernden Missstände bei der katholischen Kirche ans Licht. Spät, aber nicht zu spät. Mit sechs Nominierungen war er der Oscar-Favorit des letzten Jahres. Hervorragend gespielt liefert er ein differenziertes Drama über Macht, Glaube, Vertrauen und Heimat.

Samstag, 20. Februar 2016 - 18:21 Uhr
Where To Invade Next

In seinem neuen Film thematisiert Dokumentarfilmer Michael Moore einige eklatante Probleme in der US-amerikanischen Gesellschaft, die sich gerade im internationalen Vergleich häufig als rückständig erweist. Um sich der Angelegenheit anzunähern, nimmt er sich ein Beispiel am US-Militär: Er fällt in mehrere andere Länder ein und schaut, was sich dort erbeuten lässt. Doch geht es ihm dabei nicht etwa um die Eroberung von Territorien oder Ressourcen, sondern um gute Ideen zur Verbesserung von Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Reise führt Moore in verschiedene Gebiete Europas, aber auch in den arabischen Raum, wo er, begleitet von einem kleinen Kamerateam, stets untersucht, wie andere Nationen bereits Lösungen für viele Probleme gefunden haben, die in den USA noch immer allgegenwärtig sind.

Freitag, 12. Februar 2016 - 16:59 Uhr
Filme ab dem 18. Februar 2016:

The Boy
Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück
Erschütternde Wahrheit
Hail, Caesar!

Holy Cow
Die Hüterin der Wahrheit - Dinas Bestimmung
Midnight Special
Trash Detective
Voll auf die Nuss
Zoolander No. 2

Freitag, 12. Februar 2016 - 16:55 Uhr
Erschütternde Wahrheit

Bei der Autopsie von Mike Webster (David Morse) macht Dr. Bennet Omalu (Will Smith) eine schockierende Entdeckung: Er diagnostiziert erstmals bei einem ehemaligen Profi-Spieler des American Footballs die chronisch traumatische Enzephalopathie (CTE), die meist bei Menschen auftritt, die häufig Schläge auf den Kopf bekamen und Symptome wie Depression, Demenz und Verhaltensveränderungen hervorruft. Der brillante Arzt will zu seiner Diagnose, die er durch die Untersuchung anderer Ex-Sportler wie Dave Duerson (Adewale Akinnuoye-Agbaje) und Andre Waters (Richard T. Jones) bekräftigt sieht, nicht schweigen und die Öffentlichkeit vor den gesundheitlichen Risiken des Sports warnen. Unterstützund findet er dabei von seinem Kollegen Dr. Julian Bailes (Alec Baldwin) – doch er macht sich auch mächtige Feinde wie die NFL, angeführt von Roger Goodell (Luke Wilson). Die Organisation streitet die Verantwortung für die folgenreichen Kopfverletzungen ab und setzt den Arzt so stark unter Druck, dass auch dessen Frau Prema (Gugu Mbatha-Raw) darunter zu leiden hat…

Nachdem die diesjährigen Oscar-Nominierungen 2016 bekannt wurden, brach ein Sturm der Entrüstung los und der schon im Vorjahr aus der Taufe gehobene Hashtag #OscarsSoWhite erlebte eine Renaissance, denn wie schon im Vorjahr waren unter den 20 nominierten Schauspielerinnen und Schauspielern ausschließlich Weiße. Die Diskussion über Rassismus in der Gesellschaft und auch in der Academy und in Hollywood ist notwendig, auch Deutschland ist nicht frei davon. Ein potentieller Kandidat wie Will Smith hat mit seiner Frau Jada Pinkett Smith (Magic Mike XXL) bereits angekündigt, der Oscar-Verleihung fern zu bleiben. Auch „Straight Outta Compton“ schaffte es trotz seiner Qualitäten nicht in die Reihe der besten Filmen des Jahres aufgenommen zu werden. Doch man kann es sicherlich auch vertreten, die Nominierten als Best of the Best zu akzeptieren. Das subtile Porträt eines idealistischen, aber keineswegs naiven Außenseiters ist der beste Part des sonst ziemlich zahmen Film über die Gesundheitsgefahren beim beliebtesten Sport der Amis.

Freitag, 12. Februar 2016 - 16:38 Uhr
Hail, Ceasar!

Hollywood 1951: Capitol Pictures feiert mit Regisseuren wie Laurence Laurentz (Ralph Fiennes) und Schauspielern wie Hobie Doyle (Alden Ehrenreich) einen Erfolg nach dem anderen – bis unter mysteriösen Umständen Baird Whitlock (George Clooney) verschwindet, der gerade für ein Prestigeprojekt des Studios, den Monumentalfilm „Hail, Caesar!“, vor der Kamera stand Helfen soll nun der gewiefte Eddie Mannix (Josh Brolin), Hollywoods Problemlöser Nummer eins, für den Anliegen wie dieses nichts Ungewöhnliches sind. Jetzt ist es also an Mannix, den größten Star von Capitol Pictures zurückzuholen, ehe die Klatschreporter, allen voran die Zwillinge Thora und Thessaly Thacker (Tilda Swinton) von der Entführung Wind bekommen. Whitlocks Entführer nennen sich „Die Zukunft“ und fordern einen großen Batzen Geld für die Freilassung des Stars. Mannix macht sich an die Arbeit, aber dabei geht so ziemlich alles schief, was nur schiefgehen kann…

Ob Billy Wilder mit "Boulevard der Dämmerung, Federico Fellini mit „Achteinhalb", Robert Altman mit „The Player“ oder François Truffaut mit „Die amerikanische Nacht“ - viele große Regisseure haben in ihrem Schaffen hin und wieder dem Zuschauer einen Blick hinter die Kulissen des Showbiz gewährt. Jetzt sind es die Oscar-verwöhnten Brüder Joel und Ethan Coen, die sich gewohnt entspannt einreihen und gerade mit der launigen Satire die Internationalen Filmfestspiele in Berlin eröffneten. Ein wie gewohnt witziger, manchmal aberwitziger Film.

Freitag, 12. Februar 2016 - 16:25 Uhr
Die Hüterin der Wahrheit - Dinas Bestimmung

Dina (Rebecca Emilie Sattrup) kommt aus einer übernatürlich begabten Familie und auch die junge Frau hat außergewöhnliche Fähigkeiten mit auf den Weg bekommen: Schaut sie jemandem in die Augen, erkennt sie ihre Sünden und Schwächen und ihre geheimen wunden Punkte. Als Nicodemus (Jakob Oftebro), der legitime Nachfolger auf den Thron von Dunark, fälschlicherweise des mehrfachen Mords beschuldigt wird, soll Dinas Mutter Melussina (Maria Bonnevie) ihre Fähigkeiten dazu einzusetzen, ihm ein Geständnis abzuzwingen. Doch Melussina erkennt seine Unschuld und weigert sich, ihre Gabe zu missbrauchen. Dafür wird sie gefangengenommen. Nun muss Dina die Wahrheit über die Morde herausfinden und gerät dabei in einen lebensgefährlichen Machtkampf, bei dem der zwielichtige Cousin Drakan (Peter Plaugborg) die treibende Kraft ist…

Der spannende Film basiert auf dem erfolgreichen Fantasy-Jugendroman der dänischen Autorin Lene Kaaberbøl. Regisseur Kenneth Kainz (Otto ist ein Nashorn) schuf daraus eine phantastische Welt aus nordischen Mythen, spannenden Abenteuern und malerischen Landschaften. Der Film ist die teuerste dänische Filmproduktionen aller Zeiten. In der Hauptrolle brilliert die Kinodebütantin Rebecca Emilie Sattrup, die sich beim Casting gegen 4.500 andere Mädchen durchsetzen konnte. Weitere Rollen übernahm die skandinavische Schauspiel-Elite: Peter Plaugborg (Submarino) spielt Drakan, Jakob Oftebro (mit Kon-Tiki der Shooting-Star der Berlinale 2014) verkörpert Nicodemus, Søren Malling (Borgen – Gefährliche Seilschaften) ist in der Rolle des Waffenmeisters zu sehen und Maria Bonnevie (Was niemand weiß spielt Dinas Mutter. Das gleichnamige Buch zum Film erscheint im Carlsen Verlag. Der Film räumte gerade beim Dänischen Filmpreis Robert in fünf Kategorien ab.


Freitag, 12. Februar 2016 - 16:10 Uhr
Zoolander No. 2

Oh Gott! Justin Bieber ist tot! Und auch weitere Berühmtheiten werden ermordet aufgefunden. Die Opfer haben eines gemeinsam: Mit ihrem letzten Atemzug haben sie noch ein Selfie mit „Blue Steel“-Blick gemacht. Nur zwei Menschen können beim Lösen des Mysteriums helfen und damit die Welt der VIPs vor weiteren Morden bewahren: Derek Zoolander (Ben Stiller) und Hansel (Owen Wilson). Doch der „Blue Steel“-Erfinder und sein Männermodel-Kollege sind schon in den Ruhestand getreten und wollen mit der Modebranche nichts mehr zu tun haben. Und als wäre das nicht alles schon schlimm genug, scheint auch Modezar Mugatu (Will Ferrell) in die Vorfälle verwickelt zu sein. Zoolander und Hansel müssen allen kaum vorhandenen Intellekt aufbringen, um das Rätsel zu lösen. Dabei bekommen sie Unterstützung von der resoluten Montana Grosso (Penélope Cruz), die ihre ganz eigenen Sorgen mit sich herumträgt: Ihre Oberweite verhinderte, dass sie als Model High Fashion präsentieren durfte…

Freitag, 5. Februar 2016 - 17:06 Uhr
Filme ab dem 10. Februar 2016:

69 Tage Hoffnung
Deadpool
Dirty Grandpa
Feuer bewahren – nicht Asche anbeten
Nichts passiert
Sisters
Ungezähmt - Von Mexiko bis Kanada

Die Wilden Kerle 6 - Die Legende lebt

Freitag, 5. Februar 2016 - 17:02 Uhr
Nichts passiert

Thomas (Devid Striesow) möchte unbedingt mit seiner Familie in den Skiurlaub fahren, obwohl seine Frau Martina (Maren Eggert) eigentlich keine Zeit und die gemeinsame 15-jährige Tochter Jenny (Lotte Becker) keine Lust hat. Trotz allem tritt Thomas gutgelaunt den Urlaub in den Schweizer Alpen an. Er muss auf Teufel komm raus schön werden. Im Schlepptau der Familie ist auch Sarah (Annina Walt), die Tochter seines Chefs, da der Familienvater einfach nicht Nein sagen kann und konfliktscheu ist. Prompt legen sich die beiden gleichaltrigen Teenager mit der Dorfjugend an, bis die Stimmung kippt und es brenzlig wird. Thomas sieht weiter weg ohne einzuschreiten und ignoriert die Bedürfnisse seiner Frau ebenso wie die Tatsache, dass es zwischen den Teenies Rivalität gibt. Lieber hüllt er sich immer mehr in Lügen und Halbwahrheiten – bis er darin zu ersticken droht…

Man hat in letzter Zeit den Eindruck, dass man an Devid Striesow nicht vorbeikommt. Mal tourt er auf dem Jakobsweg, mal spielt er den Tatort-Kommissar. Der geniale Jedermann des deutschen Kinos hat ein Faible für stille Abgründe. In seinem neuen rabenschwarzen Film brilliert er als Familienvater, der um des Friedens willen vor (fast) nichts zurückschreckt. Doch Striesow wikt so sympathisch, das der Zuschauer mit dem rückgratlosen Familienvater mitzittert.

Freitag, 5. Februar 2016 - 16:44 Uhr
Sisters

Die beiden Schwestern Maura (Amy Poehler) und Kate Ellis (Tina Fey) könnten unterschiedlicher kaum sein: Die frisch geschiedene Maura ist Krankenschwester und sehr hilfsbereit, Kate dagegen so rebellisch, dass sie keinen Job lange halten kann – und ihre Tochter im Teenageralter (Madison Davenport) auch nicht, die macht sich wegen ihrer kindischen Mutter aus dem Staub. Trotz ihrer Unterschiede halten Maura und Kate eng zusammen. Als ihre Eltern (Dianne Wiest und James Brolin) beschließen, das Haus zu verkaufen, an dem viele ihrer Kindheits- und Jugenderinnerungen hängen, kehren die beiden Frauen noch einmal an ihre Heimat zurück. Während ihre Eltern unterwegs sind sollen sie ihre alten Zimmer ausräumen. Doch Maura und Kate wollen eigentlich am liebsten den Verkauf des Hauses verhindern. Eine wilde Party im ganzen Haus soll erreichen, dass danach niemand mehr Lust auf den Kauf hat. Mit Ausnahme von Kates alter Feindin Brinda (Maya Rudolph) laden die beiden alle ihre ehemaligen Klassenkameraden ein und den sexy Gärtner James (Ike Barinholtz) von nebenan. Wie angenommen, läuft die Party mit zunehmendem Alkoholpegel völlig aus dem Ruder...

Als Tina Fey (30 Rock) und Amy Poehler (Parks And Recreation) den Film auf der US-Promotour vorstellten gelang ihnen bei einem Auftritt bei „Saturday Night Live“, für den sie früher gearbeitet hatten, der gelungene Sketch „A Hillary Christmas“ in dem sie die Rollen von Hillary Clinton und Sarah Palin einnahmen. Die beiden Freundinnen arbeiten gerne zusammen und hatten 2015 mit ihrer Schlagfertigkeit als Gastgeberinnen der Golden-Globe-Show einen Riesenerfolg. Leider spiegelt sich dises Geschick nicht bei der Auswahl der Drehbücher wider, denn die Sisters von Regisseur Jason Moore können nur anspruchsvolle Freunde des Humors begeistern. Doch leider hat diese Kinostartwoche nicht viel zu bieten.

Freitag, 5. Februar 2016 - 16:27 Uhr
Ungezähmt - Von Mexiko bis Kanada

Rund 50.000 Pferde fristen in den USA aufgrund ihrer Überpopulation ein eher trauriges Dasein in staatlichen Einrichtungen. Vier Freunde nahmen dies zum Anlass, um 16 Mustangs zu adoptieren und mit ihnen ein unvergessliches Abenteuer zu erleben. Sie wollen damit aber auch auf das Problem aufmerksam machen und die erstaunlichen Leistungen der Tiere herausstellen.

5.000 Kilometer lang war ihre Reise von Mexiko bis Kanada - quer durch die wohl wildeste Region des amerikanischen Westens. Auf dem Weg trotzten sie dem unwegsamen Gelände, verschiedensten Tieren, Verletzungen und Wetterextremen. Regisseur Phillip Baribeau begleitete die Männer auf ihrem waghalsigen Trip, der ihnen und den Pferden gleichermaßen jede Menge abverlangte, doch sie zugleich auch auf ganz besondere Weise zusammenschweißte.

Montag, 1. Februar 2016 - 13:45 Uhr
Filme ab dem 4. Februar2016:

Antons Fest
The Forest
Gänsehaut
Goya: Visionen aus Fleisch und Blut
Grenzbock
Lichtes Meer
Mittwoch 04:45
Projekt A - Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa
Robinson Crusoe
Sibylle
Suffragette - Taten statt Worte
Tschiller: Off Duty

Montag, 1. Februar 2016 - 13:39 Uhr
Goya; Visionen aus Fleisch und Blut

In der Dokumentarfilmreihe „Exhibition on Screen“ erleben Kinogänger große Kunst auf der Leinwand. Mit Francisco de Goya nahm sich Regisseur David Bickerstaff einen der berühmtesten Künstler Spaniens vor und stellt Goya als Person und mit seiner Arbeit dem Publikum vor - die Arbeit eines Mannes, der als Vater der modernen Kunst gilt. Goya, der das Genre der Porträtkunst auf eine neue Stufe brachte, beobachtete den spanischen Alltag, bedachte die konfliktreiche Vergangenheit mit und tat sich als Kommentator sozialer Zustände hervor. David Bickerstaff nutzt die „Goya“-Ausstellung in der Londoner National Gallery, einen Blick ins Leben des Künstlers zu werfen. Außerdem drehte er an Orten, die für Goya von großer Wichtigkeit waren – und stöberte in seinen Briefen…

Montag, 1. Februar 2016 - 13:34 Uhr
Robinson Crusoe

Als ein Schiffbrüchiger an Land gespült wird, ist die tierische Bevölkerung einer von der Zivilisation bisher unentdeckten Insel mehr als irritiert. Es handelt sich bei dem Mann um einen gewissen Robinson Crusoe (Matthias Schweighöfer). Die meisten Tiere ergreifen vor dem Fremden die Flucht, nur ein junger Papagei (Kaya Yanar) ist viel zu neugierig und abenteuerlustig, um sich vertreiben zu lassen: In Robinson sieht der Ara eine Chance, endlich die Insel verlassen und auf Reisen gehen zu können. Doch erst einmal müssen der Schiffbrüchige und sein neuer Papageien-Freund, den er „Dienstag“ tauft, einen Weg finden, von der Insel herunterzukommen. Bald taucht dann ein neues, viel größeres Problem am Horizont auf: Dem Inselparadies droht Gefahr und die neuen Freunde müssen das Eiland gemeinsam verteidigen.

Man kann nicht behaupten, dass die Geschichte von Robinson Crusoe nicht ausreichend oft verfilmt wurde, doch noch nie wurde sie aus der Perspektive der Tiere geschildert. Robinson strandet dabei nach einem Sturm mit seinem Hund auf einer einsamen Insel und beginnt sie zu erkunden und nach anderen Menschen zu suchen. Schnell merkt er, dass das Eiland menschenleer ist, doch er ist nicht wirklich allein. Eine Gruppe neugieriger Tiere beobachtet ihn. Über seinen neuen gefiederten Freund „Dienstag“ lernt er bald die anderen Tiere kennen: Ziegenbock Zottel, Tapir-Dame Rosie und Stachelschwein Epi. Zunächst richten die aufgeweckten Tiere ein ganz schönes Chaos an, doch ohne ihre Hilfe wird er auf der Insel nicht überleben können und so beginnt die Gruppe zusammenzuwachsen und in Harmonie miteinander zu leben. Der Angriff bösartiger ändert alles, die den Fremden mit allen Mittel von der Insel jagen wollen. Jetzt hift nur noch die Macht der Freundschaft, um ihr Inselparadies zu retten.

Ein gut gemachter belgisch-französischer Animationsfilm frei nach der altbekannten Romangeschichte von Daniel Defoe. Der Film wurde von Ben Stassen (Das magische Haus) produziert und inszeniert von Vincent Kesteloot (Sammys Abenteuer 2).

Montag, 1. Februar 2016 - 12:45 Uhr
Suffragette - Taten statt Worte

Maud Watts (Carey Mulligan) arbeitet seit ihrer Kindheit in einer Wäscherei im Londoner East End und hat inzwischen ihren Kollegen Sonny (Ben Whishaw) geheiratet und mit ihm einen kleinen Sohn. Über die Lebensqualität stellt sie sich nur wenige Fragen, bis sie eines Tages bei einem Botengang für ihren Boss Taylor (Geoff Bell) in einen Aufstand der Suffragetten gerät. Unter den Steinewerferinnen ist auch ihre Kollegin Violet (Anne-Marie Duff), die mit Herzblut für das Frauenwahlrecht kämpft. Zunächst will Maud nichts von den Suffragetten wissen, wird dann aber von Violet und ihren Freundinnen überreden, an einem ihrer geheimen Treffen teilzunehmen. Der Kampfgeist der Frauen steckt sie an und eine Rede der Anführerin Emmeline Pankhurst (Meryl Streep) stachelt sie soweit an, dass sie bald bereit ist, immer militanter für die Frauenrechte einzutreten. Dabei setzt sie nicht nur Job und Familie, sondern auch ihr Lebens auf Spiel…

Von Ungerechtigkeit, Aufstand und dem Kampf für das Recht erzählen Filmemacher mit Vorliebe. Wir erinnern uns noch gut an den ein gutes halbes Jahrhundert später spielenden Film "Pride" von Matthew Warchus, in dem es um einen Bergarbeiterstreik und dessen Unterstützung durch eine Gruppe Homosexueller aus London drehte. Bei so viel Beliebtheit von solchen Themen wundert es fast, dass der aufopfernde Kampf der militanten Suffragetten für das Frauenwahlrecht in Großbritannien fast 100 Jahre brauchte, um als Spielfilm verfilmt zu werden. Mit Regisseurin Sarah Gavron (Brick Lane) und Drehbuchautorin Abi Morgan (Die Eiserne Lady) sind es zwei Frauen, die den Stoff aufgreifen. Sie konzentrieren sich in ihrem Historienfilm primär auf das Einzelschicksal der seit frühester Jugend in einer Großwäscherei schuftenden Maud Watts, die durch die Umstände immer mehr in die Rolle einer brennenden Frauenrechtskämpferin getrieben wird.

Montag, 1. Februar 2016 - 12:28 Uhr
Tschiller: Off Duty

Ob er besser ist als die blutrünstigen Tatort-Krimis im Januar im Fernsehen muss sich zeigen. Nach seinen Alleingängen im Zusammenhang mit dem Ausbruchsversuch seines Erzfeindes Firat Astan (Erdal Yildiz), der Ermordung seiner Ex-Frau Isabella Schoppenroth (Stefanie Stappenbeck) und einer Aufsehen erregenden Geiselnahme wurde LKA-Ermittler Nick Tschiller (Til Schweiger) für eine Weile außer Dienst gesetzt. Er will die Zeit nutzen, um sich als alleinerziehender Vater mehr um Tochter Lenny (Luna Schweiger) zu kümmern. Doch plötzlich verschwindet sie und Tschillers loyaler Partner Yalcin Gümer (Fahri Yardim) kann ihr Handy in Istanbul orten. Will sich das Mädchen in der Türkei auf eigene Faust für den Tod ihrer Mutter rächen? Als Nick erfährt, dass auch noch sein Erzfeind aus dem türkischen Knast entkommen konnte, weiß er, dass Lenny in großer Gefahr ist und er muss wieder das tun, was er am besten kann: zur Waffe greifen.

In Istanbul erfährt er, dass seine Tochter in die Fänge russischer Gangster geraten ist und zwielichtige Organhändler sie nach Moskau verschleppt haben, wo sie das Mädchen „ausschlachten“ wollen. Für Nick beginnt jetzt endgültig ein Rennen gegen die Zeit…

Der Kino-Spin-off der „Tatort“-Reihe mit Til Schweiger knüpft an die Handlung der vier vorangegangenen TV-Krimis an, soll aber auch eigenständig funktionieren.

Samstag, 23. Januar 2016 - 10:47 Uhr
Filme ab dem 28. Januar 2016:

Alles andere zeigt die Zeit
Alvin und die Chipmunks: Road Chip
Ein Atem
Dirigenten - Jede Bewegung zählt!
Dope
Family Business
The Hateful 8

Im Schatten der Frauen
Passion For Planet
Sebastian und die Feuerretter
Uns geht es gut
Das Wetter in geschlossenen Räumen
Wie Brüder im Wind

Samstag, 23. Januar 2016 - 10:42 Uhr
Ein Atem

Die junge Griechin Elena (Chara Mata Giannatou) hofft den Problemen in ihrem Land entfliehen und eine neue Zukunft in Deutschland aufbauen zu können. Doch ihre Pläne und die Suche nach Sicherheit und Arbeit werden schon bald erschwert, als sie erfährt, dass sie schwanger ist. Dennoch gelingt es ihr in ihrer neuen Wahlheimat Frankfurt schnell, einen Job als Kindermädchen bei Tessa (Jördis Triebel) und Jan (Benjamin Sadler), einem wohlhabenden Pärchen, zu bekommen. Deren Tochter Lotte ist anderthalb Jahre alt und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kommen alle gut miteinander aus. Als Elena Lotte eines Tages jedoch für einen Moment aus den Augen lässt und das kleine Mädchen daraufhin spurlos verschwindet, flieht die verzweifelte Griechin zurück nach Athen. Da die Situation Lottes Eltern geschockt zurücklässt und Beziehungsprobleme aufbrechen lässt, entscheidet sich Tessa dazu, Elena in ihre Heimat nachzureisen und aufzuspüren, um so dem Auffinden ihrer Tochter näherzukommen.

Samstag, 23. Januar 2016 - 10:37 Uhr
Dirigenten - Jede Bewegung zählt

Ein Film wie gemacht für Frankfurter Musikfreunde, denn hier findet alle zwei Jahre in der Alten Oper der renommierte Internationale Sir-Georg-Solti-Dirigentenwettbewerb statt, für den sich jedes Mal Hunderte Künstler bewerben. Wer es schafft, sich hier am Ende als Sieger durchzusetzen, hat eine aussichtsreiche Karriere in der Welt der klassischen Musik vor sich. In seiner Dokumentation begleitet Regisseur Götz Schauder fünf junge Nachwuchsdirigenten aus unterschiedlichen Ecken der Welt, die für den Wettbewerb zugelassen wurden und sich in mehreren Runden im Zusammenspiel mit dem besten Orchester der Stadt vor einer Experten-Jury beweisen müssen. Auch wenn jeder von ihnen unter stetig wachsendem Druck außerordentliches Talent vorzuweisen hat, wird schließlich nur einer das nervenaufreibende Finale in der Alten Oper für sich entscheiden können.

Samstag, 23. Januar 2016 - 10:34 Uhr
Dope

Malcolm (Shameik Moore) ist ein intelligenter Junge und steht kurz vor dem Sprung aufs College. Sein Traum ist ein Studium an der Elite-Universität Harvard. Kein leichtes Unterfangen, denn er lebt in den Bottoms, einer gefährlichen Viertel im kalifornischen Inglewood. Als er zusammen mit seinen besten Freunden Jib (Tony Revolori) und Diggy (Kiersey Clemons) eines Nachts auf die Party des Drogendealers Dom (A$ap Rocky) gehen, weil Malcolm mit der hübschen Nakia (Zoë Kravitz) anbandeln will, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Als die Polizei eine Razzia durchführt, versteckt Dom jede Menge Stoff in Malcoms Rucksack. Jetzt muss Malcolm irgendwie versuchen, das Zeug gewinnbringend loszuwerden, damit er den skrupellosen Drogenboss Austin Jacoby (Roger Geunveur Smith) nicht verärgert. Für Malcolm und seine Freunde beginnt ein turbulenter Spießrutenlauf am Rande des Gesetzes, der sie für immer prägen wird.

Samstag, 23. Januar 2016 - 10:26 Uhr
Family Business

Jowitas Familie fehlt das nötige Geld, um ihr seit Jahren im Bau befindliches Haus endlich fertigzustellen. Um sich die restlichen Arbeiten leisten zu können, geht die Polin daher für einige Monate als Haushälterin nach Deutschland. Der Abschied von Mann und Kind fällt ihr schwer, der Empfang in Deutschland bei Anne, die sie fortan betreuen soll, ist erst einmal wenig herzlich. Die 88-Jährige, die unter Demenz im Frühstadium leidet, kann die fremde Frau in ihrem Haushalt nur schwer akzeptieren. Doch die Frauen finden nach und nach einen Weg, miteinander umzugehen, so wie es heutzutage in sehr vielen deutschen Haushalten geschieht, in denen bei älteren Menschen eine polnische Pflegekraft einzieht. Regisseurin Christiane Büchner begleitet den Alltag von Anne und Jowita in diesem Dokumentarfilm mit der Kamera, ohne dabei selbst aktiv ins Geschehen einzugreifen.

Samstag, 23. Januar 2016 - 10:23 Uhr
The Hateful 8

Im verschneiten Wyoming kämpft sich, einige Jahre nach dem Bürgerkrieg eine Postkutsche durch den Schnee zum Städtchen Red Rock. An Bord sind der Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell), seine Gefangene Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) und zwei unterwegs zugestiegene Passagiere: der Ex-Soldat und jetzige Kopfgeldjäger Marquis Warren (Samuel L. Jackson) und Chris Mannix (Walton Goggins), der vorgibt, der neue Sheriff von Red Rock zu sein. Aufgrund eines heftigen Schneesturms sind sie gezwungen, in einer Hütte Zuflucht zu suchen. Darin haben sich aber bereits der Mexikaner Bob (Demian Bichir), der undurchsichtige Oswaldo Mobray (Tim Roth), der Cowboy Joe Gage (Michael Madsen) und der in die Jahre gekommene Südstaaten-General Sanford Smithers (Bruce Dern) vor dem Wetter in Sicherheit gebracht. Schnell nimmt die Spannung in dem Haufen misstrauische Raubeine zu, nachdem man sich anfangs noch bestens verstanden hat - und bald wird klar, dass längst nicht jeder von ihnen die Hütte lebend verlassen wird.

Der neue Film von Quentin Tarantino spannende Vorgeschichte. Als das Drehbuch vorzeitig ans Licht der Öffentlichkeit gelangte, wollte er anfangs von dem Projekt zurücktreten, doch nach ersten Textlesungen mit seinem Cast, zog er den Film dann doch durch und verwendete dafür alte Kameraobjektive, die seit 50 Jahren nicht mehr verwendet wurden, um den Western im Ultra Panavision 70-Breitbildformat zu filmen, ein Format, welches nur die wenigsten Kinos optimal auf die Leinwand bringen können. Der Dreh wurde in einer echten Schneelandschaft aufgenommen. Gar nicht so einfach bei den inzwischen unsicheren Schneeverhältnissen im normalerweise schneesicheren Colorado. Doch dann kam der Schnee und man sieht dem Film an, dass es sich gelohnt hat auf ihn zu warten. Tarantino gelang ein wortgewandter und bildgewaltiger Film, der zugleich aber auch seine bisher sperrigster ist, denn seine Figuren gewinnen erst peu a peu ein erkennbares Profil. Erst ab in der zweiten Filmhälfte sind die Positionen klar verteilt und Tarantino lässt die sich angesammelte Spannung in einem blutig-brutalen Finale explodieren.

Dienstag, 19. Januar 2016 - 18:22 Uhr
Filme ab dem 21. Januar 2016:

Alaaf You
Anomalisa
Bibi & Tina 3 - Mädchen gegen Jungs
Boulevard
Brooklyn - Eine Liebe zwischen zwei Welten
Der Bunker

Daddy's Home
The Emperor's New Clothes
Hello, I am David - Eine Reise mit David Helfgott
Match Me!
Point Break
Ride Along 2: Next Level Miami
Sumé - The Sound Of A Revolution
The True Cost - Der Preis der Mode
Valley Of Love - Tal der Liebe
Die Wahlkämpferin
Wintergast

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