Sonstiges

Strom und Gas überprüfen In diesen Tagen schneien bei den meisten von uns die Abrechnungen für Strom und Gas hinein. Gut, dass es erst im neuen Jahr ankommt, denn einen Monat früher hätten viele Bundesbürger den Gürtel bei...

Üble Abzocke bei eBay Vor üblen Abzockaktivitäten bei eBay warnt schon seit Jahren der Experte Axel Gronen, der mit ebay Dirty Tricks auch ein Buch über die nicht immer kriminellen Machenschaften einiger Internethändler...

Zeit für den Baumschnitt Für Hobbygärtner sind ertragreiche Obstbäume und Laubbäume mit dichten Blättern meist ein wichtiger Teil ihres schönen Gartens. Die Realität sieht leider vielfach anders aus: Nicht üppige Früchte- ...

«   1 2

Aktuelles

Sonntag, 30. November 2025 - 14:43 Uhr
George, Wer Zwietracht saet

Auch in Grossbritannien tut sich in den letzten Jahren einiges. Elisabeth George, die nur sporadisch fuer ihre Recherchen vom idyllischen Whitney Island vor der Pazifikkueste zwischen Seattle und Vancouver nach London und in die Region in der ihre jeweilige Geschichte spielt reist. Immerhin ist es bereits der 22. Fall fuer Inspector Thomas Lynley und Sergeant Barbara Havers. Sie ermittelt mal wieder mit gewohnter Gruendlichkeit. Nicht nur der Brexit haben dazu beigetragen, dass die einstige Polizeipraesenz auch in den entfernteren Regionen zusammengeschrumpft ist und Polizeireviere bei weiten nicht ueberall rund um die Uhr oder auch nur rund um die Woche besetzt sind. Kapitalverbrechen wie Mord werden dabei von spezialisierten Einheiten der territorialen Polizeibehoerde untersucht, denen die National Crime Agency (NCA) bei Bedarf Unterstuetzung und Spezialisten bereitstellt. So geschieht es im neuen Band auch bei dem brutalen Mord an Michael Lobb, einem angesehenen Unternehmer aus der Naehe des Staedtchens Trevellas in Cornwall. Im Original heisst das Buch A Slowly Dying Cause, was uebersetzt soviel wie Eine langsam sterbende Sache bedeutet. Und langsam naeheren wir uns darin auf 752 Seiten auch der Ursache des Uebels an. George kehrt dabei zu ihren bewaehrten Staerken zurueck: psychologische Tiefe, komplexe Zeichnung der Figuren und eine Handlung, die weit ueber einen simplen Whodunit hinausgeht.

Die zentrale Frage nach dem Mord ist fuer die ermittelnde lokale Kriminalbeamtin nicht ganz uebersichtlich. Hat die Tat etwas mit einem geplanten Bauvorhaben zu tun? Gefunden wurde Lobb von einem Mitarbeiter eines Bergbauunternehmens, das das Grundstueck fuer den Bau einer Anlage zur Lithiumgewinnung erwerben moechte und in ganz Cornwall nach geeigneten Bohrstellen sucht. Waren es familiaere Konflikte, die zum Tod von Lobb gefuehrt haben? Seine zweite Frau Kayla ist Jahrzehnte juenger und wenn sie das betraechtliche Vermoegen erben sollte, waere sie schnell unter Verdacht. Doch dann zeigt sich durch die wenigen Mitarbeiter Lobb, warum die beiden Londoner Kriminalisten Havers und Lynley involviert werden. Schnell wird klar, dass Dr. Daidre Trahair, die aus Bristol stammende Tieraerztin fuer Exoten im Londoner Zoo, die in mehreren der frueheren Baende ihren Bezug zu Cornwall zeigt und eine Beziehung zu DI Lynley eingegangen war, eng mit diesen Mitarbeitern verbunden ist und deshalb DS Havers um Hilfe bittet. So fuehrt der Weg irgendwann auch zum Anwesen der Ashertons, dem feudalen Stammsitz von Lynleys Familie.
Georges Staerke liegt einmal mehr in ihrer Faehigkeit, ein dichtes Beziehungsgeflecht zu weben. Sie entwirft ein Geflecht aus familiaeren Konflikten, Erbschaftsstreitigkeiten und dem Bauprojekt, das anfangs viele Verdaechtige hervorbringt. Die Autorin nimmt sich Zeit, um ihre Figuren in all ihrer Komplexitaet zu entwickeln. Dabei geht es ihr weniger um rasante Action als um die Abgruende der menschlichen Psyche.

Besonders schoen ist die atmosphaerische Schilderung Cornwalls. Die raue Kuestenlandschaft, die salzige Meeresluft und die Enge der kleinen Doerfer bilden die perfekte Kulisse fuer den Mordfall, bei dem Geheimnisse ans Licht kommen. Sie versteht es meisterhaft, diese Schauplaetze als integralen Bestandteil der Erzaehlung zu nutzen.

Was viele Leser stoeren koennte, ist die spaete Einbeziehung von Inspector Lynley, der erst lange nach Barbara Havers ins Spiel kommt, der er bei ihren Ermittlungen vor Ort ueberraschend ueber den Weg laeuft. Zunaechst hat George sich auf das regionale Milieu, die involvierten Nebenfiguren und die Ausgangslage konzentriert, bei der die lokale Ermittlerin nicht immer sehr gluecklich und professionell ermittelt. Das kann frustrierend sein, wenn man sich auf die bewaehrte Professionalitaet der Protagonisten der Reihe freut.

Was ebenfalls am Buch stoeren kann, ist die Weitschweifigkeit in der Darstellung von Details. George laesst in einen Nebensatz im Buch Kritik an Harry Potter-Buechern anklingen und tatsaechlich neigen viele der Krimis aus der Feder von dessen Autorin Joanne K, Rowling zu einer ermuedenden Langatmigkeit, bei der sich der Leser eine Straffung wuenschen wuerde. Leider muss man dies auch fuer den neuen Band sagen, wenn sie Nebenfiguren bis hin zum nicht wirklich weiterfuehrenden "Bluemchendekor der Teetasse" beschreibt. Das wirkt in vielen Punkten zu detailverliebt. Hier wuerden sich viele Leser sicherlich eine Straffung wuenschen. Es muss ja nicht im kondensierten Stil von Readers Digest sein. Auch viele der Nebenfiguren erweisen sich im Verlauf der Handlung eher als unnoetiger Ballast und man braucht Zeit, um sich in der komplexen Konstellation der einzelnen Figuren zurechtzufinden. Andererseits macht diese auch in Nebenhandlungen abschweifende Ausfuehrlichkeit den Stil von Elisabeth George aus.

Gekonnte blickt George mit praezisem Blick und Gespuer fuer Familiendynamik auf die Charaktere. Auch das Mordopfer Michael verraet in dazwischen gestreuten Kapiteln, was in den Jahren vor dem Mord passierte. So geraet die eigentlich zentrale Frage "Wer war es?" schnell aus dem Fokus, denn es geht mehr um die tieferen Ursachen: Warum konnte es so weit kommen? Welche Mechanismen von Habgier, Neid und Betrug haben zum Mord an Lobb gefuehrt? Es sind dabei auch moralische und juristische Grauzonen, in denen sich die Beteiligten bewegen.

Die Beziehung zwischen Lynley und Havers klappt auch im 22. Band. Die beiden bleiben ein faszinierendes Duo. Der aristokratische, kultivierte Lynley und seine eher raue, bodenstaendige und unkonventionelle Partnerin Havers. Das hat ihr Gutes, denn die unterschiedlichen Perspektiven und Herangehensweisen ergaenzen sich hervorragend und George nutzt dies geschickt, um verschiedene Facetten des Falls zu beleuchten.

Die Auflaesung des Falls ist fast typisch fuer George: vielschichtig, ueberraschend und doch im Nachhinein logisch nachvollziehbar. Keine simple Loesung, sondern ein Beleg, wie eng Schuld und Unschuld, Taeter und Opfer manchmal beieinander liegen koennen. Was den Roman auszeichnet, ist die literarische Qualitaet, denn es ist kein einfacher Unterhaltungskrimi, sondern eher ein Gesellschaftsroman, in dem das Verbrechen als Katalysator dient, um soziale Strukturen und menschliche Schwaechen zu untersuchen. Die Frage, wie weit Menschen fuer ihr eigenes Wohlergehen zu gehen bereit sind, wird subtil verwoben.

Sonntag, 20. Juli 2025 - 10:57 Uhr
Slippery When Wet - A Chorus Line

Das ist nicht nur der Titel von Bon Jovis ersten No. 1-Album, sondern steht in den USA auf vielen gelben Aufstellern bei Feuchtigkeit, die zum Ausrutschen einlaedt. Gerade Tanzbuehnen sollten deshalb besser trocken sein, was bei der Open Air-Buehne der Bad Hersfelder Stiftsruine leider nicht zutraf. Dort sorgt Regen beim erfolgreichen Broadway-Musical A Chorus Line fuer echte Probleme. In einer Szene des Musical-Drehbuchs stuerzt ein Kuenstler und muss ins Krankenhaus. Da wunderte sich niemand, dass auch in Bad Hersfeld beim einsetzenden Sommerregen die Regie eine 20-minuetige Pause verkuendet. Doch als die Buehne wieder trocken geschrubbt ist, setzt erneut Regen ein. Die Festspielleitung laesst weiterspielen, was beim Cast zu einigen Stuerzen fuehrt, die zum Glueck glimpflich ausgehen und nicht im Hospital enden. Mehr ueber unseren Besuch der Festspiele finden Sie im Artikel... Bild (c) Bad Hersfelder Festspiele/S. Sennewald

Samstag, 5. Juli 2025 - 15:48 Uhr
Schillers Raeuber und die Toten Hosen in Bad Hersfeld

Ein wenig erinnert die Bande rund um Karl Moor als Hauptmann an die Rote Armee Fraktion. Auch sie stmmen aus gutbuergerlichem Milieu und haben sich linksextrem -an der Uni radikalisiert. Karl, der adelige Freiheitskaempfer in Schillers Buehnenstueck muss erkennen, dass sich seine Familie in Franken von ihm abgewandt hat und nicht wie erwartet, als verlorenen Sohn in die Arme schliesst. Es ist eine nach wie vor realistische Geschichte von Liebe und Heimtuecke, die nicht im Happy End einen Abschluss findet. Sehr gelungen hat in Bad Hersfeld Regisseur Gil Mehmert das Schiller-Werk fuer die Festspiele mit passenden Songs der Toten Hosen kombiniert.An Tagen wie diesen, um einen (nicht gespielten Song) der Band zu zitieren, ist es in der kleinen Stadt in Nordhessen ueblich, bekannte Stuecke grosser Autoren musikalisch aufzuarbeiten. Auch Shakespeares Sommernachtsraum hat der scheidende Intendant Joern Hinkel in das musikalische Gesamtkunstwerk Sommernachtstraeume verwandelt. Bild (c) Baf Hersfelder Fespiele/Johannes Schembs

Ältere Beiträge

Anmelden

(c) Magazin Frankfurt, 2026