Der junge Inspektor Morse Gesamtbox

Ort: Ein Empfangssaal in Windsor Castle. Zeit: Späte 1990er Jahre, als Inspector Morse im Fernsehen lief.

Queen Elizabeth II: „Mr. Morse, Ihre Serie scheint die Nation zu fesseln. Oxford wirkt in Ihren Geschichten fast wie ein eigener Charakter.“

Inspector Morse: „Majestät, Oxford ist voller Geheimnisse – nicht nur in den Bibliotheken, sondern auch in den Herzen der Menschen. Ich fürchte, selbst die schönste Architektur kann dunkle Geschichten verbergen.“

Queen Elizabeth II (lächelt leicht): „Das ist wohl wahr. Aber Sie zeigen auch die Stärke britischer Traditionen – Musik, Bildung, Pflichtbewusstsein. Das gefällt mir.“

Morse (mit einem Glas Ale in der Hand): „Ich gestehe, ich halte mich lieber an Wagner und ein gutes Pint, als an höfische Etikette. Aber wenn meine Arbeit die Menschen zum Nachdenken bringt, dann habe ich meinen Teil erfüllt.“

Queen Elizabeth II: „Manchmal ist Nachdenken wichtiger als schnelle Antworten. In diesem Sinne, Mr. Morse, leisten Sie einen Dienst für unser Land – wenn auch auf Ihre ganz eigene Art.“

Morse (leicht verlegen, aber stolz): „Danke, Majestät. Ein Lob aus Ihrem Munde ist schwerer als jeder Fall, den ich je gelöst habe.“

So würde der Microsoft Copilot eine fiktives Treffen der langjährigen Königin mit einem der Mitarbeiter Ihrer Polizei schildern und dabei die Stimmung beider Figuren widerspiegeln: Würde und Gelassenheit der Königin und Melancholie und Intellekt bei Inspector Morse.

Ob die Queen die Serie gesehen hat, ist uns nicht bekannt. Sie soll wohl eher ein Fan von Inspector Barnaby und seinen eher bizarren Fällen gewesen sein. Doch auch ohne die Queen fesselte die britische Krimipretiose Inspector Morse bei ihrer Erstausstrahlung in Großbritannien durchschnittlich bis zu 10 Millionen Zuschauer vor der Mattscheibe, in der finalen Staffel sogar 18 Millionen!. Weltweit schätzt man die Fangemeinde auf 750 Millionen, was damals mehr als jeder zehnte Erdenbürger wäre. Die Serie erlangte Legendenstatus und gehört zum Kulturgut des Inselstaats. Sowohl das Spin-Off Lewis – Der Oxford-Krimi als auch die Prequelserie Der junge Inspektor Morse konnten den überragenden Erfolg noch erweitern.

Endeavour (deutscher Titel: Der junge Inspektor Morse), wurde von dem englischen Autor Russell Lewis als optisches Kreuzworträtsel konzipiert. Selbst im Original-Abspann sind noch liebevolle kleine „Eastereggs“ versteckt, und schon die Titelmelodien von Inspector Morse und Der junge Inspektor Morse basieren auf dem Morsecode für M-O-R-S-E. Obwohl Der junge Inspektor Morse nicht auf Romanen des englischen Autors Colin Dexter basiert, war dieser direkt an der Serie beteiligt und beriet sich mit Russell Lewis, als dieser das Universum um Morses jüngere Version erweiterte.

Einen wesentlichen Anteil am beeindruckenden Erfolg hat der charismatische englische Schauspieler Shaun Evans, der die Entwicklung des jungen unerfahrenen Detective Sergeant Endeavour Morse zum verbitterten und vom Leben (und Alkohol) gezeichneten Alt-Inspektor mit Bravour gemeistert hat. Trotz anfänglicher Befürchtung, ob die Fans das Morse-Prequel nicht etwa als Sakrileg empfinden würden, fand man in Evans die perfekte Idealbesetzung, die sogar Morse-Erfinder Colin Dexter veranlasste, in seinem Testament festzulegen, dass Shaun Evans tatsächlich der letzte Morse sein wird.

Der junge Inspektor Morse bietet raffinierte und komplexe Fälle, bei denen die Zuschauer gerne mitraten – und aufgrund der zahlreichen versteckten Hinweise und Anspielungen auf Filme, Serien, Literatur, Musik oder in den 60er-Jahren aktuellen Ereignisse die einzelnen Folgen nicht selten mehrfach anschauen. Vor allem aber sind die Fans fasziniert davon, wie der junge Morse überhaupt zu dem Mann wurde, den sie alle kennen und lieben.

So finden sich bei Der junge Inspektor Morse zahlreiche Reminiszenzen an die Original-Morse-Serie: Morse hört Klassik, macht seine ersten enttäuschten Liebeserfahrungen, entdeckt seine (verhängnisvolle) Passion für Alkohol und steht bei einem Autohändler zum ersten Mal vor seinem Traumwagen, einem weinroten `60er-Jaguar Mark II.

Abgesehen von den durchweg famosen Darstellerinnen und Darstellern überzeugt die Serie mit einem unwiderstehlichen Retro-Charme: Liebevoll bis ins kleinste Detail ausgestattet, von technischen Neuerungen, Fahrzeugen und Einrichtung über die Mode und Frisuren – bis hin zu Alkohol und Zigaretten am Arbeitsplatz – werden die Zuschauer direkt in die 60er- und im weiteren Verlauf an den Anfang der 70er-Jahre zurückversetzt. Ohne DNA-Analyse und Luminol arbeitet das Polizeiteam gemeinsam an der Aufklärung der Verbrechen, mit eher unorthodoxen Methoden seitens DC Morse und teils rigiden Verhörpraktiken mancher Kollegen. Vielfach geht es bei Der junge Inspektor Morse auch um den gesellschaftlichen Wandel Mitte der 60er-/Anfang der 70er-Jahre. Subtil werden sozial und kulturell relevante Themen aufgegriffen, wie zum Beispiel der schleichende Verfall des Empires, das nach wie vor bestehende britische Klassensystem, antiquierte akademische Intrigen, Rituale und Hierarchien und die Veränderung des Polizeisystems. Thematisiert werden überdies menschliche Abgründe wie Trunksucht, Drogenmissbrauch, Misogynie, Femizide, Homophobie oder Rassismus, was die Fälle trotz des 60er-Jahre-Kolorits absolut zeitlos macht.

Nicht zuletzt trägt auch das pittoreske Oxford und seine einzigartige Kulisse zur besonderen Atmosphäre der Serie bei, auch wenn die kultivierte Welt der berühmten Universitätsstadt dabei oft im Kontrast zur raueren Realität Englands dieser Zeit steht.

Nun veröffentlicht Edel Motion auf 22 DVDs erstmals alle 36 Fälle der Serie Der junge Inspektor Morse in einer DVD-Gesamtbox mit mehr als drei Stunden Interviews mit Cast und Crew sowie Einblicke hinter die Kulissen, der Dokumentation Der junge Inspektor Morse Eine letzte Reise und der Pilotfolge Die Toten von Jericho der Ursprungsserie Inspector Morse. Komplettiert wird die Box durch fünf Sammelkarten sowie einem umfangreichen Booklet mit Wissenswertem rund um die Serie. So ist die DVD-Gesamtbox von Der junge Inspektor Morse ein hochwertiges Sammlerstück und ideales Weihnachtsgeschenk für anspruchsvolle Krimifreundinnen und -freunde.

Der junge Inspektor Morse, Edel Motion, 3618 Minuten, ASIN B0FSSWJ1ZZ, DVD, 144,99 Euro

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