Bauernherbst im Salzburger Land

Padua

Padua

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Eine Reise durch die Euganeischen Hügel

Weinberg

(c) Michael Ritter

Arqua Petrarca, 1. Mai 2026 - Die Euganeischen Hügel (Colli Euganei) erheben sich wie grüne Inseln aus der flachen Po-Ebene bei Padua. Diese faszinierende Landschaft in Venetien vereint vulkanische Urgewalt mit antiker Kurtradition und erstklassigem Weinbau.

Ihre charakteristischen Kegelformen sind das Ergebnis zweier vulkanischer Phasen. Im Eozän kam es vor etwa 43 Millionen Jahren zu unterseeischen Eruptionen, bei denen basaltische Lava austrat. Zehn Millionen Jahre später im Oligozän drückte dann zähflüssiges Magma nach oben, durchbrach aber nicht die Oberfläche. So entstanden Gesteine wie Trachyt, Rhyolith und Latit, die heute den fruchtbaren, mineralreichen Boden für den Weinbau bilden.

Villa dei Vescovi

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Thermalbäder: Wellness seit der Antike

Weinberge der Abbazia Praglia

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Am Fuße der Hügel liegen die berühmten Kurorte Abano Terme und Montegrotto Terme. Bis das Wasser dort aus dem Boden kommt hat es einen langen Weg hinter sich, denn es regnet ursprünglich in den Lessini-Bergen der Dolomiten nieder, wo es dann bis auf 3000 Meter Tiefe versinkt und sich auf seinem jahrzehntelangen Weg durch Kalkgestein mit Mineralsalzen anreichert sich. Wenn es dann mit bis zu 87 °C an die Oberfläche tritt wird es gern für die Herstellung des heilenden Fango-Schlamms genutzt, der bei Rheuma und Gelenkschmerzen hilft.

Lucio Gomerio, Vignalta

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Weinbau und die "Strada del Vino"

Weinberg

(c) Michael Ritter

Der vulkanische Boden der Colli Euganei ist – ähnlich wie am Vesuv und Ätna - ideal für ausdrucksstarke Weine. Die Region verfügt über die geschützte Herkunft DOC Colli Euganei und sogar eine DOCG für den aromatischen Fior d’Arancio aus Gelben Muskateller. Auf einer Tour über die Strada del Vino dei Colli Euganei kommen Sie zu den schönsten Stationen der Regio. Das kleine Arquà Petrarca gilt als eines der schönsten mittelalterlichen Dörfer Italiens, in dem der Dichter Petrarca seinen Lebensabend verbrachte. Die Casa del Petrarca bezaubert mit Außentreppe und Loggia-Erker im Obergeschoss, umgeben von einem kleinen Garten, in dem der Dichter Wein, Äpfel und Gewürze angebaut hat. Heute wachsen dort Buchsbäume, Oleander, Pinien, Lorbeerbäume, Oliven und Kirschbäume. Das Haus war ein Geschenk von Francesco il Vecchio da Carrara, dem Stadtregenten von Padua. Petrarca wohnte mit Familie Im Sockelgeschoss, oben wohnte seine Dienerschaft. Sollten Sie sich über die üppige Ausstattung des Obergeschosses wundern, so war Petrarca keineswegs so altruistisch, sondern das Haus verdankt seinen heutigen Zustand Pietro Paolo Valdezocco, einem Adeligen, der dort im 16. Jahrhundert wohnte und das obere Stockwerk mit Fresken ausmalen ließ, die sich auf die Petrarcas Hauptwerke beziehen. Mit Petrarcas Sessel und seinem Bücherschrank ist dies eine Reminiszenz an Petrarca.

Nicht nur wegen der dort ausgebauten Weine ist die Abtei Praglia ein Muss. Das majestätische Benediktinerkloster hat eine bedeutende historische Bibliothek und ist für seine Kräuterküche bekannt. Die Bibliothek ist Teil der offiziellen Liste der italienischen Kulturgüter. Seit 1951 beherbergt die Abbazia auch eine Werkstatt zur Restaurierung historischer Handschriften und Bücher und hat seitdem rund 25.000 Manuskripte, Inkunabeln, gedruckte Bücher, historische Landkarten und Zeichnungen aus aller Welt restauriert, darunter Originalwerke von Galileo Galilei, Alessandro Manzoni und Giuseppe Garibaldi. Nach der Arno-Flut rettete man hier etliche wertvolle Bücher aus Florenz und ebenfalls 1966 weitere 2000 Bücher aus dem Aqua Alta-Opfer Venedig.

Die Villa Barbarigo bei Valsanzibio hat einen barocken Garten mit einem berühmten Labyrinth, die einen Besuch lohnt, aber unbedingt auf der Besuchsliste sollte die Villa die Vescovi in Torreglia stehen, allein schon wegen der Enoteca Strada del Vino Colli Euganei im Untergeschoss mit ihrem angeschlossenen Bistro.

Viele Architekturfreunde besuchen das Veneto für einen Besuch der prachtvollen Villen, die der aus Padua stammende Andrea di Pietro della Gondola, den man meist unter dem Namen Palladio kennt. Er gilt als der bedeutendste Architekt Oberitaliens in der Zeit der Renaissance und orientierte sich bei seinen Bauten neben den Werken Bramantes, Michelangelos, Sanmichelis und Sansovinos an den Bauten der römischen Antike. Sein Ziel war eine Architektur, die unter Beachtung ästhetischer Prinzipien von Proportion und Ausgewogenheit die funktionalen Aspekte der praktischen Bedürfnisse des Auftraggebers berücksichtigt und auch die Gegebenheiten des Bauplatzes. Das Ergebnis waren Bauten von einzigartiger Eleganz und Harmonie wie die berühmte Villa Rotonda in Vicenza. Die Villa dei Vescovi ist eine schon vor Palladio durch den Architekten Giovanni Maria Falconetto erbaute venezianische Villa im Stil der Renaissance, die als Sommersitz des Bischofs von Padua diente und ist mit prachtvollen Fresken aus der Zeit vor Paolo Veronese ausgestattet. Sie ist Teil des FAI – des Fondo Ambiente Italiano, die sich für Denkmal- und Umweltschutz einsetzt. Umgeben ist die Villa von einem großen Garten mit Weinstöcken und vier monumentalen Portalen. Zwei Apartments im Innern der Villa vermietet die FAI als Gästezimmer.

Die Villa ist ein guter Ausgangspunkt für einen Besuch einiger der Weingüter in den Colli Euganei. Besuchen Sie renommierte Betriebe wie Vignalta (bekannt für den „Gemola“) oder Ca' Lustra, um lokale Sorten wie den prickelnden Serprino (die vulkanische Antwort auf Prosecco) oder gehaltvolle Merlots zu verkosten. Die Route lässt sich ideal mit dem Auto oder auf dem 63 km langen Radrundweg Anello dei Colli Euganei erkunden. Ausführlichere Informationen erhalten Sie bei „Connaisseur & Gourmet“.

(c) Michael Ritter

(c) Magazin Frankfurt, 2026