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Mittwoch, 25. Dezember 2024 - 12:10 Uhr
Aksoy, Geliebte Mutter

Das Buch Geliebte Mutter - Sevdam Anne der tuerkischen Autorin und Schriftstellerin Aksoy befasst sich mit den komplexen Beziehungen zwischen Mutter und Kind. Der tiefgruendige Roman untersucht die emotionalen und psychologischen Dimensionen dieser Beziehung und spricht gleichzeitig Themen wie Identitaet, Trauma und gesellschaftliche Normen an.
"Geliebte Mutter" erzaehlt dabei die Geschichte aus der Perspektive der Tochter Meryem, die mit den Erwartungen und dem Verhalten ihrer Mutter konfrontiert ist. Dabei stellt sie als inzwischen renommierte Journalistin die Mutter-Kind-Beziehung in den Mittelpunkt, die von Liebe, Schmerz, Missverstaendnissen und dem Streben nach Anerkennung gepraegt ist. Es geht um Erwartungen, die Muetter oft an ihre Kinder stellen, und die Auswirkungen dieser Erwartungen auf ihr Selbstverstaendnis und spaeteres Leben. Gleichzeitig thematisiert das Buch die Rolle der Mutter in einer von traditionellen Werten und Geschlechterrollen gepraegten Parallel-Gesellschaft.
Dienstag, 24. Dezember 2024 - 11:47 Uhr
Angela Merkel - Die Freiheit nehm ich mir

Angela Merkels Kanzlerschaft ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert und hat Deutschland durch zahlreiche Krisen gefuehrt. Ihre Faehigkeit, Kompromisse zu finden und Stabilitaet zu bewahren, hat sie international und national zu einer wichtigen Figur gemacht. Doch diese Stabilitaet hatte ihren Preis: Merkel liess tiefere politische und gesellschaftliche Fragen oft unbeantwortet, was langfristig zu einer zunehmenden Entfremdung vieler Buerger von der Politik fuehrte. Ihre Regierungszeit war gepraegt von der Tendenz, im Angesicht von Krisen pragmatisch und reaktiv zu handeln, anstatt proaktiv und visionaer zu gestalten. Das macht ihre Bilanz in vielen Bereichen ambivalent und oeffnet Raum fuer eine kritische Auseinandersetzung mit ihrer politischen Erbschaft. Jetzt hat sie sich mit einer Autobiografie selbst zu Wort gemeldet. Viel Selbstkritik findet sich darin leider nicht.
Sonntag, 18. August 2024 - 10:27 Uhr
Neue Buecher zu Israel und Palaestina

Was momentan im Nahen Osten passiert, sehen die meisten Menschen mit Furcht vor einer weiteren Eskalation. Scheinbar unversoehnlich stehen sich dabei der Staat Israel und die dort lebenden Palaestinenser und ihre Unterstuetzer gegenueber. Leider sind die meisten Nachrichten, die wir in Deutschland bekommen, bereits gefiltert durch die sogenannte Staatsraeson, mit der Deutschland an seine im Dritten Reich begangenen Graeueltaten an den Juden erinnert und dem Staat Israel bedingungslose Solidaritaet verspricht. Doch kann diese gerechtfertigt sein, angesichts der Massaker, die Israel als Reaktion auf den Angriff vom 7. Oktober 2023 im Gazastreifen an der Zivilbevoelkerung veruebt und diese als Kollateralschaden rechtfertigt? Der israelische Krimiautor Dror Mishani hat in seinem Buch "Fenster ohne Aussicht" ein Tagebuch ueber die Monate danach gefuehrt, dass durchaus kritisch auch die Regierung Israels und deren Aktionen betrachtet. Nathan Thrall, ein US-Amerikaner, der ein Jahrzehnt lang in Israel als Leiter des des Arabisch-Israelischen Projekts in der International Crisis Group versucht hat, Loesungsvorschlaege zu internationalen Konflikten zu finden, berichtet in seinem beruehrenden Buch "Ein Tag im Leben des Abed Salama" zwar nicht vom Anschlag und seinen Folgen, sondern schildert das Leben von Abend Salama und einigen anderen Menschen in der Grenzregion zwischen Jerusalem und dem Westjordanland, nachdem dieser bei einem Busunfall im Jahr 2012 seinen 7-jaehrigen Sohn verloren hat. Das Buch gibt einen exzellenten Einblick in das vergiftete Zusammenleben von Juden und Palaestinensern, in dem immer wieder einzelne Freundschaften zwischen den Gruppen auf einen Wandel hoffen lassen. Einen wichtigen Aspekt bildet darin die Mauer, die Israel in den letzten zwei Jahrzehnten als Abgrenzung zu den Palaestinensern errichtet hat, die durch Israels Passpolitik viele palaestinensiche Familien trennt oder behindert und von der der in Jerusalem lebende Autor hofft, dass sie eines Tages niedergerissen wird.
(c) Magazin Frankfurt, 2026