Glattauer, In einem Zug

Der neue Roman des österreichischen Autors Daniel Glattauer ist eine humorvolle und zugleich tiefgründige Geschichte über das Reisen, die Begegnungen im Leben und die kleinen, oft übersehenen Momente, die unser Dasein prägen. Das Buch dreht sich um seinen Protagonisten Eduard Brünhofer, einem ehemals gefeierten Autor von Liebesromanen, der im Zug von Wien nach München sitzt. Dabei ist es eigentlich nicht unbedingt seine Absicht, sich mit der Frau frühen mittleren Alters im Abteil gegenüber zu unterhalten,. Schon gar nicht in der Absicht, mit ihr über seine Bücher zu sinnieren. Erst recht nicht in der Absicht, über seine Ehejahre mit Gina zu reflektieren, mit der er eine halbe Ewigkeit glücklich verheiratet ist. Aber Therapeutin Catrin Meyr, die Langzeitbeziehungen absurd findet, ist unerbittlich. Sie will mit ihm vertraulich über die Liebe reden. Dabei gerät der Schriftsteller gehörig in Zugzwang. Der Roman zeigt, wie zufällige Begegnungen unser Leben beeinflussen können. Die Zugfahrt steht symbolisch für die Reise des Lebens – mit allen Höhen und Tiefen, unerwarteten Wendungen und den verschiedenen Stationen, die wir durchlaufen.

Glattauer gelingt es, humorvolle Szenen mit melancholischen und nachdenklichen Momenten zu verbinden. Der Roman ist sowohl unterhaltsam als auch tiefgründig.

Glattauer ist bekannt für seinen leichtfüßigen, aber dennoch präzisen Schreibstil. In In seinem neuen Buch gelingt es ihm, die Atmosphäre einer Zugfahrt einzufangen – die Enge des Abteils, die Geräusche des fahrenden Zuges und die Dynamik zwischen den Reisenden. Seine Dialoge sind lebendig und authentisch, was die Charaktere greifbar und sympathisch macht. Der Roman wurde von Kritikern und Lesern gleichermaßen positiv aufgenommen. Viele lobten die Mischung aus Humor und Tiefe sowie die Fähigkeit Glattauers, alltägliche Situationen auf eine Weise zu beschreiben, die sowohl unterhaltsam als auch zum Nachdenken anregend ist.

Daniel Glattauer, In einem Zug, DuMont, Hardcover, 208 Seiten, ISBN 978-3755800408, 23 Euro

(c) Magazin Frankfurt, 2026