Brandt, Nein sagen
Brandt, Nein sagen
(c) Kiepenheuer & Witsch
Viele kennen Matthias Brandt als Schauspieler. Als der 64-jährige im Jahr 1961 in West-Berlin zur Welt kam, war die Stadt und die Welt durch eine Mauer und eine hermetisch gesicherte Grenze in West und Ost geteilt. Sein Vater Willy war damals Regierender Bürgermeister der Westhälfte Berlins und sollte später erst Außenminister und dann Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden. In seinem Buch schreibt er über den Mut Nein zu sagen, den sein Vater schon in der Zeit des Dritten Reichs als Widerstandskämpfer im norwegischen Exil gezeigt hatte. Brandt hält diese Erinnerung angesichts der neuen Bedrohung der Demokratie nicht nur in Deutschland durch Rassismus und Fremdenfeindlichkeit für notwendig und erzählt darin über den Mut, den Widerstandskämpfer und -kämpferinnen gegen das NS-Regime aufbringen mussten, zu denen auch seine Eltern gehörten. |
2025 hielt Matthias Brandt eine denkwürdige Rede zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee – dem Ort, an dem viele der Beteiligten an dem Attentat gegen Adolf Hitler hingerichtet wurden. Diese Rede nahm er in seinem Buch zum Anlass, aus heutiger Sicht über den Mut und die Motive der Verschwörer des 20. Juli und vieler anderer Widerstandskämpfer nachzudenken und auch sich selbst über notwendige Konsequenzen aus der Geschichte zu befragen. Den Ausschlag, sich mit diesem Buch politisch zu äußern, gaben Brandt die bedrohliche Wiederkehr des Rechtsextremismus und die Wahlerfolge der AfD. |
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(c) Magazin Frankfurt, 2026
