Führer und Verführer

Führer und Verführer

(c) Wild Bunch

Es ist inzwischen schon (oder erst?) rund 80 Jahren her. dass Deutschland und seine Nachbarstaaten zum Schauplatz eines der größten Verbrechen der Menschheit wurden. Der Holocaust an der jüdischen Bevölkerung Deutschlands und dessen Ausweitung im Rahmen des Zweiten Weltkriegs, der Tod und Verfolgung in die eroberten und besetzten Gebiete brachte. In seinem neuen Film sucht Autor und Regisseur Joachim A. Lang (MACKIE MESSER – BRECHTS DREIGROSCHENFILM) Antworten auf wichtige Fragen der Geschichte: Wie konnte es den Tätern gelingen, ihre Verbrechen umzusetzen, und warum folgte die Mehrheit der Deutschen Hitler in diese Katastrophe? In Hauptrollen spielen so intensiv wie überzeugend Robert Stadlober (EIN GANZES LEBEN) als Joseph Goebbels, Franziska Weisz (KREUZWEG) als Magda Goebbels sowie Fritz Karl (Ein Dorf wehrt sich) als Adolf Hitler zu sehen.

In FÜHRER UND VERFÜHRER beleuchtet Lang die Zeit vom sogenannten „Anschluss“ Österreichs im März 1938 bis zum Untergang mit Mord und Selbstmord im Führerbunker im Mai 1945. Am Ende dieser blutigen Zeitspanne stehen 60 Millionen Kriegstote, darunter sechs Millionen ermordete Juden.

Dieses wäre ohne die mächtige Propagandamaschine unter Leitung von Joseph Goebbels nicht möglich gewesen. Und auch heute, im Zeitalter von fake news und disinformation warfare, sind es wieder die gleichen Mechanismen der Propaganda, die moderne Hetzer und Herrscher anwenden, um Macht zu gewinnen und missbrauchen.

Der Film begibt sich direkt ins Zentrum der Macht. Um die übliche, auf inszenierten Bildern basierende Darstellung zu vermeiden, wählt er eine Fiktionalisierung, die auf historischen Quellen, bis hin zu verbrieften Dialogen, basiert. Ergänzt wird dieses mit bislang selten gezeigten Archivaufnahmen und Interviewsequenzen mit Überlebenden des Holocaust, wie Margot Friedländer, Charlotte Knobloch oder Eva Szepesi.

Führer und Verführer, Leonine, 135 Minuten, ASIN B0D7ZTZFV9, DVD, 14,99 Euro

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(c) Magazin Frankfurt, 2026