Horizon

Horizon

(c) Tobis

In einem bildgewaltigen Epos nimmt uns Kevin Kostner mit ins New Mexico des Jahres 1861. "Eine amerikanische Saga" lautet der Untertitel des mehrteiligen und über einen Zeitraum von 15 Jahren spielenden Western, dessen erster Teil im August in die deutschen Kinos kam und jetzt für das Home Entertainment zur Verfügung steht. Es war die Zeit, als Vorboten des Amerikanischen Bürgerkriegs den Süden Nordamerikas erschüttern, zahllose Auswanderer aus den Problemregionen Europas ins Land strömen und die weißen "Pioniere" auf ihrem Weg gen Westen die traditionellen Gebiete und Jagdgründe der Apachen besetzen, die dies nicht hinnehmen wollen und sich mit Gewalt gegen die Landnahme wehren. Manches erinnert den heutigen Zuschauer vielleicht an den Nahen Osten, wo ebenfalls Landnahme durch die Immigranten von den Einheimischen abgewehrt wird. Aber auch unter den Siedlern selbst herrscht blutiges Chaos. Als der Vater der gefürchteten Sykes-Brüder Opfer eines Anschlags wird, nehmen seine Söhne unbarmherzig die Verfolgung der Attentäterin auf – so beginnt dieses neue monumentale Western-Epos. das bei Moab im südlichen Utah gedreht wurde. Es ist inzwischen schon 34 Jahre her, als Kevin Kostner mit seinem fast vierstündigen Regiedebüt DER MIT DEM WOLF TAMZT Filmgeschichte schrieb. und den Western neu definierte. Der Film trug zu dessen Wiederbelebung bei und erhielt sieben Oscars und drei Golden Globes, darunter als Bester Film und Beste Regie. Auch jenseits der Leinwand blieb Costner dem Genre treu und spielte in YELLOWSTONE die Hauptrolle in einer der erfolgreichsten US-Serien der letzten Jahre. HORIZON ist seine erste Regiearbeit seit 20 Jahren und auch einer der Hauptrollen hat sich der Altmeister, der zusammen mit Jon Baird (THE EXPLORERS GUILD). auch das Drehbuch verfasste, auf den Leib geschrieben. Für den Film, dessen ersten Teil wir jetzt als DVD und Blu-ray auf dem heimischen Fernseher bewundern können, hat er ein beeindruckendes Ensemble an Mitakteuren versammelt. Neben Sam Worthington (AVATAR), Danny Huston (YELLOWSTONE), Michael Rooker (GUARDIANS OF THE GALAXY) und Luke Wilson (ZOMBIELAND 2) sind es vor allem die starken Frauenrollen, bei denen Sienna Miller (ANATOMIE EINES SKANDALS), Jena Malone (LOVE LIES BLEEDING) und Abbey Lee (MAD MAX: FURY ROAD) überzeugen können und mit denen Costners Herzensprojekt alle Westernklischees hinter sich lässt.

Er nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine packende und hochemotionale Reise – gesehen durch die Augen von Familien, Freunden und Feinden, stolzen indigenen Einwohnern und Neuankömmlingen, die auf ein besseres Leben hoffen. Schon für den ersten Teil dürfte es ihm schwergefallen sein, aus dem üppigen Filmmaterial auszuwählen und manchmal muss der Zuschauer Brüche überstehen, denen er nicht immer folgen kann.

Auch die technische Mannschaft Costners kann sich sehen lassen. Chef-Kameramann war J. Michael Muro (L.A. CRASH), Produktionsdesigner Derek R. Hill (OZARK) und der Oscar®-nominierte John Debney (GREATEST SHOWMAN), schrieb die stimmige Musik.. Bei der Kritik kam der Film nicht durchgehend gut an, da es Kostner dem Zuschauer keinen leichten Einstieg anbietet und die wichtigsten Akteure nicht wirklich einführt, was es schwerer macht, den Film zu verstehen. Der Filmtitel "Horizon" steht für eine Siedlung, die auf den in der Stadt im Osten gedruckten Flugblättern als attraktive neue Wohnstätte beworben wird, obwohl sie noch gar nicht entstanden ist. Kaum stehen die ersten Hütten, fackeln sie die Apachen schon wieder ab und töten viele der neuen Siedler. Auch die Familie Kittredge ist von dem Überfall betroffen. Vater und Söhne sterben, Mutter Frances (Sienna Miller) und Tochter Lizzy überleben. Der Militärstützpunkt Camp Gallant wird ihnen zur Zuflucht. Der Film setzt sich schon im ersten Teil aus verschiedenen Episoden mit ihren Akteuren zusammen. Mal sind es die weißen Siedler, mal das Militär, mal die über die weitere Vorgehensweise streitende indigene Bevölkerung. Obwohl Costner mit seinem Erstling DER MIT DEM WOLF TANZT den Schwerpunkt auf die indigene Bevölkerung gesetzt hat, vermisst man zumindest im ersten Teil von HORIZON eine Konzentration auf die rechtmäßigen Ansprüche der amerikanischen First Nations. Der gemeine und brutale Landraub wird dennoch deutlich. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Film

Horizon, Tobis/Leonine, 181 Minuten, ASIN B0DCP9G8YL ab 14,99 Euro

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