Wie hoch ist mein Herzinfarkt-Risiko?

Herzkrankheiten sind jedes Jahr für zahlreiche Todesfälle verantwortlich. Ein Risikofaktor ist das Rauchen. Jetzt haben Forscher einen noch gefährlicheren entdeckt. Jedes Jahr erleiden in Deutschland mehr als 200.000 Menschen einen Herzinfarkt. Wie fit Ihr Herz ist, können Sie hier mit einem einfachen Test herausfinden.

Von den mehr als 200.000 Deutschen, die alljährlich einen Herzinfarkt erleiden stirbt fast jeder vierte: rund 50.000 Menschen. Um Ihr persönliches Herzinfarktrisiko abzuschätzen, können Sie die folgenden Fragen zu Ihrer Gesundheit und Ihrem Lebensumfeld beantworten. Je öfter Sie dabei mit "Ja" antworten, desto höher ist Ihr Risiko für einen Infarkt.

Die Fragen basieren auf dem ausführlicheren Herzinfarkt-Risikotest der Deutschen Herzstiftung. Wenn Sie ihr persönliches Risiko noch besser einschätzen wollen, können Sie dies über diesen Link
https://herzstiftung.de/risiko zur Herzstiftung tun. Gedacht ist der Test für Personen, die derzeit noch keine Gefäßerkrankung haben.

Welche Risiken bestehen?

Vorgeschichte von Herzinfarkten in der Familie

Wenn nahe Verwandte wie Eltern oder Geschwister einen Herzinfarkt erlitten haben, kann auch für Sie ein erhöhtes Risiko bestehen. Die genetische Veranlagung kann bei der Entstehung von Herzinfarkten eine Rolle spielen. Vor einigen Jahren identifizierten internationale Wissenschaftler 23 Genvarianten, die das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen können. Bei der Untersuchung des Erbguts von fast 90.000 Probanden weltweit analysierten sie jeweils zwei Millionen Marker. 13 Risikogene darunter waren bisher unbekannt. Vorgeschichte als starker Raucher

Dass Rauchen das Risiko für Lungenkrebs erhöht, ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist, dass Rauchen auch das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Hirnschäden deutlich erhöht. Durch das Rauchen können sich Ablagerungen in den Blutgefäßen bilden, die im schlimmsten Fall zu einem kompletten Gefäßverschluss führen können. Jede einzelne Zigarette schadet dem Körper. Insbesondere Menschen, die durchschnittlich mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung ist dieses Risiko sechsmal höher als bei Nichtrauchern.

Mangelnde Bewegung

Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Risiko einer Gefäßverkalkung verringern und bereits bestehende Ablagerungen sogar rückgängig machen. Dadurch verringert sich das Risiko eines Herzinfarkts. Idealerweise sollte man sich mindestens zweimal pro Woche mindestens 20 Minuten oder länger bewegen.

Übergewicht

Bei vielen Krankheiten stellt Übergewicht einen Risikofaktor dar, z. B. Herzinfarkt. Um festzustellen, ob Sie übergewichtig sind, können Sie den Body-Mass-Index (BMI) heranziehen. Der wird berechnet, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt wird. Sind Sie zum Beispiel 2 Meter groß und wiegen 100 kg ergibt die Rechnung 100 / 2x2 = 25. Ein BMI von 25 oder mehr weist auf Übergewicht hin, ein BMI von 30 oder mehr auf Fettleibigkeit.

Auch die Verteilung des Körperfetts kann für die Gesundheit relevant sein. Mediziner halten das viszerale Bauchfett für besonders gefährlich, da es sich um die Eingeweide und Organe ansammelt und Entzündungsstoffe produziert, die das Herz schädigen können. Bei Männern gilt ein Taillenumfang von 94 Zentimetern und mehr als gefährlich, bei Frauen ist ein Taillenumfang von 80 Zentimetern und mehr ein Risikofaktor.

Ernährungsgewohnheiten

Eine Ernährung, die Übergewicht und Diabetes begünstigt, ist ungesund für das Herz. Deshalb sollten Sie Fleisch, Wurst, Süßigkeiten, Fast Food & Softdrinks nur selten essen. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt stattdessen, täglich Gemüse, Salat, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Ballaststoffe, Oliven- und Rapsöl sowie Fisch zu essen.

Stress

Wer ständig unter Termindruck steht und sich überfordert fühlt, leidet nicht nur psychisch, sondern auch körperlich. Stress lässt das Herz schneller schlagen und den Blutdruck steigen.

Hoher Blutdruck

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann das Herz belasten. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt Blutdruckwerte idealerweise unter 140 zu 90 mmHg. Sie sollten den Blutdruck beim Arzt messen, da zu Hause verschiedene Fehler die Messwerte verfälschen können, zum Beispiel eine zu lockere oder zu kleine Manschette oder ein zu hoch angelegter Arm bei der Messung. Inzwischen gibt es einige Blutdruckmessgeräte, die solche Messfehler weitgehend ausschließen. Sie werden allerdings nur selten von der GKV als Hilfsmittel übernommen.

Blutfettspiegel

Um den Cholesterinspiegel zu bestimmen, kann Sie Ihr Hausarzt untersuchen oder Sie kaufen sich ein Messgerät oder einen Schnelltest für zu Hause. Cholesterin ist ein Blutfett, das sich an den Innenwänden der Gefäße ablagern und so zu Verengungen des Blutflusses führen könne, die das Leben bedrohen können. Früher galten Eier als cholesterinfördernd, heute weiß die Forschung, dass Ernährung nur einen begrenzten Einfluss auf den Cholesterinspiegel hat. Den Rest bestimmen genetische Faktoren. Bei hohen Cholesterinwerten reicht es also nicht aus, auf das morgendliche Spiegelei zu verzichten. Wer einen hohen LDL-Cholesterinwert hat, sollte mit seinem Hausarzt besprechen, welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Diabetes

Für Diabetiker besteht ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, da erhöhter Blutzuckerspiegel Ablagerungen in den Gefäßen begünstigt. Dieses Risiko wird dadurch verstärkt, dass viele Diabetiker zusätzlich an Übergewicht und Bluthochdruck leiden.

Schmerzen in der Brust

Schmerzen, die einem Herzinfarkt vorausgehen beschreibt die Deutsche Herzstiftung wie folgt: Sie treten hin und wieder im Brustbereich auf und strahlen manchmal in den Hals oder einen Arm aus. Manchmal werden sie begleitet von Druck, Engegefühl oder Atemnot. Gehen Sie in einem solchen Fall unbedingt sofort zum Arzt.

Den Druck im Brustkorb bezeichnen Ärzte als Angina pectoris. Tritt er anfangs nur bei körperlicher Belastung, zum Beispiel beim Sport auf, geschieht dies später auch im Ruhezustand. Besonders besorgniserregend ist, wenn der Druck in der Brust oder ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein mehr als fünf Minuten anhält. Zögern Sie bitte in diesem Fall nicht, sofort die Notrufnummer 112 zu wählen, denn es könnte ein Herzinfarkt sein

Wichtig für Ihre Gesundheit ist, dass Sie in Zukunft auf die Warnsignale Ihres Körpers genau achten und durch ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung einem erneuten Vorfall vorbeugen.

(c) Magazin Frankfurt, 2026