Filipenko, Die Elefanten

Filipenko, Die Elefanten

(c) Diogenes

Eines Tages sind sie da. Wie aus dem Nichts leben sie plötzlich in der Stadt, stehen auf Straßen und Plätzen, leben mitten unter den Menschen und ziehen in die Häuser ein: die Elefanten. Doch niemand nimmt Anstoß an ihnen. Die Leute gehen weiter ihrer Wege, geben vor, es hätte sich nichts geändert. Allein der Stand-up-Comedian Pawel weigert sich zu schweigen und ruft von der Bühne dazu auf, sich der Realität zu stellen. Er riskiert damit alles, sein Leben, seine Freiheit und vor allem seine Liebe zu Anna.

Der neue Roman des belarussischen Autors Sasha Filipenko, der einst in Russland lebte, arbeitete und auf Russisch schreibt, bis er es 2020 verlassen musste.

Seitdem wohnt er mit seiner Familie in der Schweiz. Das Buch spielt offensichtlich in seiner Heimat, in der die Stadt eine Invasion der Dickhäuter durchlebt. Nur anfangs zeigt sich auch Annas Vater, der Schriftsteller Alexander darüber irritiert, aber schon wenige Stunden später ignoriert der Egozentrker die Anwesenheit der Dickhäuter. Dere groteske Roman zeigt immer wieder Anspielungen an seine Heimat und die dort vorherrschende Politik. Eine gekonnte Metapher über die kollektive Ignoranz der heutigen Gesellschaft - nicht nur in Russland und Weißrussland. ist, hat mich sehr inspiriert und zur Reflektion veranlasst.

Sasha Filipenko, Die Elefanten, Diogenes, Hardcover, 256 Seiten, ISBN 978-3257073737, 26 Euro

(c) Magazin Frankfurt, 2026