Jarowowski, What about the bodies

Adler-Olsen, Tote Seelen singen nicht

Jaworowski, Wgat about the Bodies

(c) Pendragon

Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir bei Netgalley auf den Pendragon-Verlag stießen. Der vor 45 Jahren von Günther Butkus in Bielefeld gegründete Verlag, der seitdem gut 600 Titel verkegt hat, hat seinen Namen aus der Artus-Sage. Nach Prosa und Lyrik unter anderem von Günter Wallraff, Jean Cocteau und Friedrich Christian Delius hat sich der Verlag seit 2002 auf amerikanische und deutschsprachige Kriminalliteratur fokussiert. Fasziniert hat uns allerdings 2024 Nathan Thralls mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Geschichte "Ein Tag im Leben von Abed Salama" in dem der aus Kalifornien stammende und seit vielen Jahren in Jerusalem lebende Autor, der ein Jahrzehnt Vorsitzender des Arab-Israeli Projects bei der International Crisis Group war, die sich mit Lösungsvorschlägen zu internationalen Konflikten beschäftigt, die Geschichte eines Unfalls mit einem Bus voller palästinensischer Kinder erzählt, die sich an der Grenzregion Jerusalems zum Westjoderdanland abgespielt hat. Die minutiös erzählte Geschichte liest sich wie die Gesamtdarstellung des Nahostkonflikts und ist gerade in einer Zeit wo sich Israel durch Genozid aus der zivilisierten Weltgemeinschaft zu verabschieden scheint, ausgesprchen lesenswert.

Doch auch bei den Krimis hat der mehrfach mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnete kleine Verlag unter Leitung seines Verlegers einen guten Riecher. So zum Beispiel mit dem US.Amerikaner Ken Jaworowski.

Aufgewachsen in Philadelphia aufgewachsen und hat sein Studium an der Shippensburg University und der University of Pennsylvania abgeschlossen. Seine Theaterstücke wurden sowohl in New York als auch in Europa produziert. Heute ist er Redakteur der New York Times und lebt mit seiner Familie jenseits des Hudson in New Jersey.

Sein Krimi spielt in der amerikanischen Kleinstadt Locksburg, in der sich die Wege von drei Menschen mit ungewöhnlichen Problemen kreuzen. Carla will ein eigenes Restaurant eröffnen, als ihr Sohn etwas gesteht, das alles auf den Kopf stellt. Reed, ein junger Mann mit Autismus, begibt sich auf eine nervenaufreibende Reise, um den letzten Wunsch seiner verstorbenen Mutter zu erfüllen. Und die erfolglose Musikerin Liz sucht nach einem Weg, ihre Schulden bei einem brutalen Kriminellen zurückzuzahlen.Sie alle haben etwas gemeinsam: Sie wollen die Kontrolle über ihr Leben zurück. Verbrechen kennen sie bisher nur aus dem TV, doch dann haben sie es plötzlich mit der Polizei und mit Gangstern zu tun. Je mehr sie versuchen, alles richtig zu machen, desto mehr geht schief. Der Autor zeigt ein Land, das wir aus den Songs von Springsteen kennen. Sein lakonischer, rasanter und sehr lebendiger Ton zeugen von seinem Sprachvermögen. Ein echter Pageturner.

Ken Jaworowski, What about the beodies, Pendragon, Paperback, 320 Seiten, ISBN 978-3865329264, 24 Euro

(c) Magazin Frankfurt, 2026