Piripkura - Suche nach den Letzten ihres Volkes

Rechtlicher Hinweis - DVD

Dieser Film wurde uns vom Verleih kostenfrei als Screener, Stream oder Original -DVD/Blu-ray zur redaktionellen Besprechung zur Verfügung gestellt. Durch Verlinkung zu Amazon.de oder anderen Online-Händlern erhalten wir beim Kauf eine Provision, die unsere für den Leser kostenfreie redaktionelle Arbeit ermöglicht. Ein bezahlter Werbeauftrag liegt nicht vor.

Piripkura

(c) mindjazz pictures

Unter dem neuen Präsidenten Jair Bolsonaro dürfte ihre Zukunft in den Sternen stehen, denn der sieht den Amazonas undd seine Wälder vor allem als Wirtschaftsressource. Nun setzt Brasiliens rechter Präsident ein Wahlversprechen um: den Sturm auf indigene Gebiete im Regenwald. Das Holz importierende Europa trägt dabei eine Mitverantwortung.

Das die Regierung sich Land im rohstoffreichen und riesigen Amazonasbecken aneignet ist nicht neu in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft. Schon frühere Regierungen, besonders die über mehr als 20 Jahre bis 1985 herrschende Militärdiktatur, scheuten nicht vor Projekten zurück, die Indigene und andere Volksgruppen aus ihren angestammten Lebensräumen verdrängten. Mit der Wahl des Rechtspopulisten Bolsonaro zum Präsidenten im Herbst 2018 haben die Pläne zur Ausbeutung der Grünen Lunge des Landes eine neue Dimensionen angenommen.

Die Ureinwohner sind dem Waffennarr Bolsonaro dabei völlig egal. Schade, denn die in dem beeindruckenden Film gezeigten Menschen haben es verdient, ihr Leben nach ihren Traditionen und eigenen Vorstellungen zu leben. In den Händen federngeschmückte Pfeile und Bögen, den Blick fest nach vorn gerichtet - die beiden Krieger des Volks Parakanã im Amazonasbecken flößen Ehrfurcht ein. Das wollen sie auch, schließlich treffen sie in ihrem indigenen Schutzgebiet Apyterewa im Bundesstaat Pará im Norden Brasiliens auf immer mehr unerwünschte bis gefährliche Eindringlinge: Goldgräber, Holzfäller, Großbauern, die von Land und Bodenschätzen angelockt werden. Die Krieger sitzen vorn in einem Boot mit Mitgliedern ihres Volkes, es braust auf dem Fluss Xingú entlang.

Das Ziel: ein Posten der Behörde Funai, die für den Schutz der Indigenen zuständig ist. Dort wollen sie neue Fälle von Invasion in ihrem Gebiet anzeigen. Die letzten beiden Angehörigen des indigenen Volkes der Piripkura leben inmitten des Amazonas- Regenwalds in Brasilien. Eine seit 1998 von ihnen entzündete, und seitdem ununterbrochen brennende Fackel ist ihr wertvollster Besitz, und der Schutzstatus des von ihnen bewohnten Waldgebiets beruht auf ihrem Überleben. Gewaltsam wird das Amazonasgebiet nach und nach von unkontrollierten Abholzungen zerstört. Um das Regenwaldgebiet des indigenen Volkes der Piripkura zu beschützen, muss Jair Candor, Koordinator der brasilianischen Indigenenschutzbehörde (FUNAI), beweisen, dass die letzten beiden überlebenden Männer noch existieren. Gemeinsam mit einer Film-Crew und mit Rita, der letzten Verwandten der Beiden, begibt er sich in die Tiefen des Tropenwalds auf die Suche nach Pakyî und Tamandua. PIRIPKURA wirft ein Licht auf die Tragödien, die der im Amazonasgebiet lebenden indigenen Bevölkerung widerfahren – die systematische Gewalt, die gegen sie angewandt wird, ist eine konstante drohende Gefahr. Trotz der beeindruckenden Widerstandsfähigkeit und Beharrlichkeit der letzten Piripkura liegt eine unausweichliche Frage in der Luft: Wie lang kann das noch weitergehen?

Piripkura - Die Suche nach den Letzten ihres Volkes, mindjazz pictures, DVD, ASIN B07JVF7RM5, 16,90 Euro

bei Amazon.de bestellen

(c) Magazin Frankfurt, 2019