Grünbart, Byzanz

Der Name Byzanz hat für uns immer noch einen geradezu mythischen Klang und erzeugt vor unseren Augen das Bild einer märchenhaften Stadt, geschmückt mit Goldmosaiken. Das reale Byzantinische Reich entstand in den Wirren der Völkerwanderung und aus der Teilung des Römischen Reiches und hielt über 1000 Jahre. Bevor es 1453 von den Osmanen erobert wurde, konnte es sich vom Ausgang der Antike bis in das hohe Mittelalter als Herrscher über das Mittelmeer behaupten. Der prachtvolle Band beleuchtet in zehn Beiträgen von ausgewiesenen Kennern der Materie das Byzantinische Reich aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei wird unter anderem auf die politische Geschichte des Ostreiches eingegangen, ebenso wie auf die Kunst und Kultur oder die Rechtsauffassung der Byzantiner.

Eingeleitet wird der Band durch drei Kapitel, die die tausendjährige politische Geschichte nachzeichnen, beleuchtet wird aber auch das alltägliche Leben in Konstantinopel, der größten Stadt des Mittelalters. Die Befindlichkeiten der Einwohner Konstantinopels waren dabei eng mit dem Fortbestand des Reiches verbunden. Ein Aufruhr in der Hauptstadt hätte das herrschende System des Zentralstaates empfindlich geschwächt. So wurde zum Beispiel kostenloses Brot unter der städtischen Unterschicht verteilt. Der Band bietet vielseitige Informationen, gepaart mit einer reichen Bebilderung. So entsteht eine umfangreiche Darstellung eines der wichtigsten Akteure des Mittelalters. Der Leser erfährt viel über die Herrschafts- und Rechtsauffassung der Byzantiner, in Kunst und Kultur, in das Leben am Hof und geben eine Vorstellung vom Alltag in der Metropole am Bosporus. Reich bebildert entsteht so ein großartiges Panorama eines der wichtigsten Akteure des Mittelalters.

(c) Magazin Frankfurt, 2020