Wüstentänzer - Afshins verbotener Traum von Freihe

Die Mullahs haben das Land fest im Griff und pervertieren die Vorstellungen der zivilisierten Welt vom Islam. Da werden junge Frauen, die sich gegen ihre Vergewaltiger gehängt, die Religionspolizei achtet auf die Einhaltung der Scharia und ist befugt, Männer, die sich mit Frauen unterhalten, mit denen sie nicht verheiratet oder verwandt sind, zu verhaften und Produkte, die als unislamisch gelten, wie z. B. Barbiepuppen, CDs/DVDs von westlichen Musikgruppen, Fernsehsendungen und Filme zu verbannen und zu konfiszieren. Auch das Tanzen steht im Iran unter Strafe. Für Afshin Ghaffarian ist das Verbot nur schwer zu befolgen – zu groß ist seine Faszination dafür. Erst als Student kommt Afshin seinem Traum näher: In der Hauptstadt Teheran hat er über einen gehackten Internetaccount unbegrenzten Zugang zu YouTube-Videos, mit deren Hilfe er sich selbst das Tanzen beibringt. Seine Inspirationen reichen von Michael Jacksons Moonwalk bis zum Tanztheater von Pina Bausch. In liberalen Mitstudenten findet Afshin Gleichgesinnte, mit denen er eine Untergrund-Tanzgruppe gründet. Sie proben heimlich, im abgelegenen Versteck, das für sie zu einem Raum der Hoffnung und Freiheit inmitten der Verbote wird. So kommt Afshin auch seiner geheimnisvollen Partnerin Elaheh näher, mit der ihn bald mehr als nur die Liebe zum Tanz verbindet. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen, inmitten von großen Spannungen zwischen radikalen Muslimen und Reformern, beschließt er trotz aller Risiken, vor einem ausgewähltem Publikum aufzutreten: in der Wüste, 100 Kilometer von Teheran entfernt. Doch der Verrat durch einen Freund könnte alle in Gefahr bringen und die Relegionspolizei ist den illegalen Tänzern bereits dicht auf der Spur...

(c) Magazin Frankfurt, 2019